Der anthropogene Klimawandel schreitet voran; die globale Erderwärmung erreicht inzwischen 1,1 °C. Gleichzeitig sind weitere Umweltkrisen, die den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen gefährden, zu beobachten. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind offensichtlich und auch in Deutschland spürbar.
Der Gesundheitssektor trägt relevant zu den nationalen Treibhausgasemissionen bei, und das Fachgebiet der Anästhesiologie und Intensivmedizin ist ein besonders ressourcenintensiver Bereich. Daher haben der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin als zwei der ersten Berufsverbände und Fachgesellschaften überhaupt im Jahr 2020 ein Positionspapier „Ökologische Nachhaltigkeit in der Anästhesiologie und Intensivmedizin“ veröffentlicht. Dieses liegt nun im November 2024 in einer aktualisierten Version vor.
Es werden 33 Handlungsempfehlungen für folgende sieben Bereiche ausgesprochen: 1) die Verwendung von volatilen Anästhetika und weiteren Medikamenten, 2) die Verwendung von Sachartikeln, 3) die Reduktion des Müllaufkommens, 4) nachhaltige Mobilitätskonzepte, 5) Energiesparmaßnahmen im OP und auf der Intensivstation, 6) Forschung und Lehre sowie 7) Strategien, um die Auswirkungen der Umweltveränderungen auf die Gesundheitsversorgung in unserem Fach abzufangen. In der vorliegenden Arbeit werden die Empfehlungen zusammengefasst und die wesentlichen Änderungen gegenüber der Version aus dem Jahr 2020 erläutert, mit besonderem Fokus auf die neue Evidenz hinter den Empfehlungen. Die Empfehlungen sollen Anästhesistinnen und Anästhesisten helfen, im klinischen Alltag, interprofessionell und im Verbund mit anderen Fachdisziplinen, Veränderungen im eigenen Arbeitsbereich und darüber hinaus im Krankenhaus anzustoßen.