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01.06.2014 | Leitthema | Ausgabe 6/2014

Der Radiologe 6/2014

Klinik und Therapie des multiplen Myeloms

Zeitschrift:
Der Radiologe > Ausgabe 6/2014
Autoren:
Dr. E.K. Mai, Prof. Dr. H. Goldschmidt

Zusammenfassung

Diagnostik und Therapie des multiplen Myeloms (MM) entwickeln sich kontinuierlich weiter. Dieser Beitrag fasst den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie zusammen.
Die Prognoseabschätzung und Risikostratifizierung beim MM erfolgen sowohl an Hand klinischer (International Staging System, ISS), molekularbiologischer Parameter sowie unter Einbeziehung des biologischen Zustands (Alter, Komorbiditäten) der Myelompatienten. Insbesondere das ISS und zytogenetische Merkmale (Hochrisikoaberrationen: Deletion 17p, Translokation (4;14) und Zugewinn 1q21 > 2 Kopien) spielen zur Prognoseabschätzung eine entscheidende Rolle. In der Erstlinientherapie ist die Induktionstherapie mit neuen Substanzen, vornehmlich Bortezomib, und anschließender Hochdosistherapie mit Melphalan und autologer Stammzelltransplantation der Standard für junge Patienten (bis 70 Jahre). Für nicht transplantationsfähige Patienten ist die Thalidomid- oder Bortezomib-basierte konventionelle Primärtherapie Mittel der Wahl. Es wurde nachgewiesen, dass die Kombination aus Bortezomib/Melphalan/Prednison (VMP) das Gesamtüberleben gegenüber alleinigem Melphalan/Prednison (MP) signifikant verlängert (VMP vs. MP, 56,4 vs. 43,1 Monate; p = < 0,01). Aktuelle Studien untersuchen eine Lenalidomid-basierte, alkylanzienfreie Primärtherapie für nicht transplantationsfähige Patienten. Erste Ergebnisse deuten auf ein günstigeres Nebenwirkungsprofil hin. Die Erhaltungstherapie bekommt einen zunehmenden Stellenwert in der Therapie des MM und kann das Gesamtüberleben verlängern. Thalidomid sollte jedoch nicht bei Patienten mit Hochrisikozytogenetik angewendet werden, da es das Gesamtüberleben verkürzt.
Zur Rezidivtherapie stehen Immunmodulatoren und Proteasominhibitoren der zweiten und dritten Generation zur Verfügung. Zum Beispiel wurde gezeigt, dass die Therapie mit Pomalidomid/Dexamethason im Vergleich zur Therapie mit hochdosiertem Dexamethason das Gesamtüberleben signifikant verlängert (12,7 vs. 8,1 Monate; p = 0,03). Daneben werden neue, ziel- und knochenmarkstromagerichtete Therapien untersucht. Insbesondere Antikörper, namentlich anti-CS1 (Elotuzumab) und anti-CD38 (Daratumumab) befinden sich in fortgeschrittenen Phase-II/III-Studien.

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