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Erschienen in: Ethik in der Medizin 2/2011

01.06.2011 | Originalarbeiten

Klinische Ethik als Partnerschaft – oder wie eine ethische Leitlinie für den patientengerechten Einsatz von Ressourcen entwickelt und implementiert werden kann

verfasst von: Stella Reiter-Theil, Marcel Mertz, Heidi Albisser schleger, Barbara Meyer-Zehnder, Reto W. Kressig, Hans Pargger

Erschienen in: Ethik in der Medizin | Ausgabe 2/2011

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Zusammenfassung

Ethische Leitlinien für die klinische Praxis erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Damit klinisch-ethische Leitlinien aber überhaupt erfolgreich wirksam werden können, ist noch Pionierarbeit zu leisten. Solche Leitlinien müssen wissenschaftlich stärker fundiert und ihre praktische Anwendbarkeit muss verbessert werden. In dieser Arbeit werden die ersten Schritte des Projekts METAP zur methodischen Entwicklung und praktischen Implementierung einer Leitlinie für eine patientengerechte Versorgung am Krankenbett beschrieben und zur Diskussion gestellt. Das Projekt orientiert sich methodisch an der Entwicklung medizinischer Leitlinien und generiert damit eine forschungs- und konsensgestützte Leitlinie, die systematischer Evaluation und Modifikation unterliegt und Rechenschaft über ihre wissenschaftliche Fundierung gibt. Zusätzlich zur Leitlinie bietet das Projekt in der Form eines Handbuchs ein Entscheidungsfindungsverfahren an, welches unter anderem deliberative Aspekte unterstützt. Das Handbuch konzentriert sich auf ethische Fragen der Mikroallokation und liefert darüber hinaus Informationen über empirische, ethische und rechtliche Grundlagen für Therapieentscheidungen. Anhand eines Eskalationsmodells können unterschiedliche Instrumente nach Bedarf als ethische Lösungsstrategien eingesetzt werden, von der Kurzfassung im Kitteltaschenformat („Leporello“) mit den wichtigsten Fakten, weiterführenden Texten und Empfehlungen mit normativen und prozeduralen Hinweisen, über stationsinterne Lösungsversuche bis hin zum Ethikkonsil. Klinische Partner sind von Beginn an aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden und verbessern so die Praxistauglichkeit und Akzeptanz sowie die Ausrichtung des Instrumentariums an den tatsächlichen Bedürfnissen. Dieses partnerschaftliche, partizipative Vorgehen scheint eine wichtige Voraussetzung dafür zu sein, dass METAP in der Klinik Fuß fassen konnte.
Fußnoten
1
METAP – „Modular Ethical Treatment Allocation Process“ steht für die Schlüsselwörter modular, ethisch, Therapieentscheid, Allokation und Prozess. Modular bezeichnet die baukastenartig zusammengestellten Übersichtskapitel mit Grundlagen für den Therapieentscheidungsprozess. Im Zentrum steht der ethische Therapieentscheid, der als Prozess die Allokation von Ressourcen am Krankenbett systematisch reflektieren soll.
 
2
Medizinethik umfasst hier auch klinische Ethik.
 
3
Transdisziplinarität: Meist disziplinenübergreifende (interdisziplinäre) wissenschaftliche Forschung, bei welcher die potentiellen Nutzer der Forschungsergebnisse (i. d. R. außerwissenschaftliche Akteure) aktiv in die Forschung miteingebunden werden. Sie stellen daher nicht (nur) Objekte der Forschung dar (die untersucht werden), sondern Subjekte der Forschung (die selber am Forschungsprozess teilnehmen). Die potentiellen Nutzer sind oft maßgeblich bei der Definition des aus der Lebenswelt oder der Gesellschaft stammenden Forschungsproblems beteiligt oder zumindest stark berücksichtigt (im Vergleich z. B. zu traditionell disziplinärer, innerwissenschaftlich ausgerichteter Forschung) [10].
 
4
SNF Projects: No. 3200B0-113724/1 („Between Over-Treatment and Under-Treatment. Ethical Problems of Micro-Allocation in Vulnerable Patient Groups“, 2006–2008); No. 32003B-125122 („Fairness and Transparency. Clinical Ethical Guideline METAP – Evaluation, Methodological Foundation and Improvement“, 2009–2011); Principal Investigator: Prof. Dr. S. Reiter-Theil, Co-Investigator: Prof. Dr. H. Pargger.
 
5
Der Fallibilismus in der Ethik ist noch wenig etabliert, aber auch ein Thema, dem weiter nachzugehen ist.
 
6
Zur Frage, welche Kompetenz oder „Expertise“ von der klinischen Ethikberatung erwartet werden kann, siehe z. B. [1, 19, 34].
 
Literatur
3.
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Metadaten
Titel
Klinische Ethik als Partnerschaft – oder wie eine ethische Leitlinie für den patientengerechten Einsatz von Ressourcen entwickelt und implementiert werden kann
verfasst von
Stella Reiter-Theil
Marcel Mertz
Heidi Albisser schleger
Barbara Meyer-Zehnder
Reto W. Kressig
Hans Pargger
Publikationsdatum
01.06.2011
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Ethik in der Medizin / Ausgabe 2/2011
Print ISSN: 0935-7335
Elektronische ISSN: 1437-1618
DOI
https://doi.org/10.1007/s00481-010-0098-4