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30.07.2020 | Knochendefekte | Preisträgerarbeiten

Ausriss von All-suture-Ankern verursacht geringere Knochenschäden und ist von der Kortikalisdicke abhängig

Zeitschrift:
Arthroskopie
Autoren:
Dimitris Ntalos, G. Huber, K. Sellenschloh, H. Saito, K. Püschel, M. M. Morlock, K. H. Frosch, T. O. Klatte
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag ist in englischer Sprache in der Zeitschrift KSSTA erstpubliziert: Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy. https://​doi.​org/​10.​1007/​s00167-020-06004-6

Übersetzung

Ansgar Schlichting

Zusammenfassung

Zielsetzung

Der Einfluss der Kortikalis- und Spongiosastruktur auf die biomechanischen Eigenschaften von All-suture- und konventionellen Ankern wurde untersucht. Zudem erfolgte ein Vergleich der morphologischen Knochenschäden nach Ankerversagen. Die Hypothese der vorliegenden Studie ist, dass sich der Ausriss eines All-suture-Ankers weniger invasiv auswirkt und dass die Ausrisskraft von der Kortikalisdicke beeinflusst wird.

Methoden

Dreißig humane Humeri wurden folgendermaßen biomechanisch getestet: Beginnend mit einem Belastungszyklus von 20 bis 50 N wurde eine schrittweise Steigerung der oberen Kraftspitze um 0,05 N pro Zyklus mit einer Frequenz von 1 Hz durchgeführt. Analysiert wurde unter anderem die maximale Ausrisskraft bei drei Implantationswinkeln (45°, 90°, 110°) der beiden Ankertypen. Nach Ankerausriss wurde jedes Knochenstück einer Mikrocomputertomographie (Mikro-CT) unterzogen. Knochendichte („bone mineral density“ [BMD]) und Kortikalisdicke wurden an der Implantationsstelle des Ankers bestimmt. Des Weiteren wurden der Durchmesser des Kortikalisdefekts und das Volumen der Knochenkavität bestimmt.

Ergebnisse

Für die maximale Ausrisskraft der All-suture-Anker ergab sich eine starke Korrelation mit der Dicke der angrenzenden Kortikalis (r = 0,82, p ≤ 0,05), wobei diese mindestens 0,4 mm betragen musste, um 200 N standzuhalten. Bei konventionellen Ankern fand sich keine Korrelation. Eine Korrelation mit der lokalen BMD bestand bei keinem der beiden Ankertypen. Bei All-suture-Ankern war der Kortikalisdefekt signifikant schmaler, auch die Knochenkavität nach Ausriss war kleiner (4,3 ± 1,3 mm vs. 5,3 ± 0,9 mm, p = 0,037; 141 mm3 vs. 212 mm3; p = 0,009). Der größte Kortikalisdefekt wurde bei einem Implantationswinkel der Anker von 45° gemessen.

Schlussfolgerung

Im Gegensatz zu konventionellen Ankern ist die Ausrisskraft von All-suture-Ankern von der Dicke der humeralen Kortikalis abhängig. Darüber hinaus finden sich bei All-suture-Ankern ein signifikant geringerer Kortikalisdefekt sowie verminderte Knochenschäden bei Ausriss. Das klinische Fazit der vorliegenden Studie ist daher, dass All-suture-Anker aufgrund der knochenschonenden Eigenschaft vorteilhaft sind. Des Weiteren sollte eine intraoperative Dekortizierung unterbleiben und die Kortikalisdicke vor Operation beurteilt werden, um das Risiko eines Ankerversagens zu senken.

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