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Knie Journal

Revisionsprothetik bei periprothetischen Frakturen

Behandlungsstrategien von Knochendefekten

Erschienen in:

Zusammenfassung

Periprothetische Frakturen am Knie stellen eine zunehmende Herausforderung dar, insbesondere wenn eine osteosynthetische Versorgung nicht Erfolg versprechend ist. In diesen Fällen bietet die Revisionsendoprothetik eine effektive, wenngleich technisch anspruchsvolle Therapieoption. Die relevantesten Entscheidungskriterien sind die Prothesenstabilität, das Ausmaß des Knochenverlustes, die Frakturlokalisation sowie der Allgemeinzustand und die Mobilität des Patienten. Das Ziel ist dabei die Wiederherstellung eines schmerzfreien, stabilen und gut ausgerichteten Kniegelenks, welches eine möglichst frühe Mobilisation erlaubt. Der Behandlungserfolg hängt entscheidend von der präzisen präoperativen Abklärung, der korrekten Indikationsstellung sowie dem adäquaten Management von Knochendefekten ab. Die Anderson-Orthopaedic-Research-Institute(AORI)-Klassifikation dient hierbei als etablierte Grundlage für die Defektbeurteilung und die Wahl des Implantats. Zur Rekonstruktion stehen verschiedene Strategien zur Verfügung – von Zement- und Schraubenaugmentation über biologische Verfahren wie Impaction-Bone-Grafting bis hin zu Metallaugmenten, Cones, Sleeves und strukturellen Allografts. Bei ausgedehnten Defekten und instabilen Verhältnissen kann der Einsatz von Megaprothesen notwendig sein. Moderne modulare Implantatsysteme ermöglichen eine individualisierte, zonengerechte Rekonstruktion mit hoher Primärstabilität und guten funktionellen Ergebnissen. Trotz erheblicher technischer Herausforderungen ist die Revisionsprothetik eine effektive Strategie zur Wiederherstellung eines schmerzfreien, stabilen und belastbaren Kniegelenks, die insbesondere für ältere und fragilere Patienten mit komplexen Frakturen eine verlässliche kurative Option darstellt.
Titel
Revisionsprothetik bei periprothetischen Frakturen
Behandlungsstrategien von Knochendefekten
Verfasst von
Nikolaus Floimayr
Prof. Dr. med. habil. Johannes Beckmann
Laurent Harder
Michael Worlicek
Publikationsdatum
16.01.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Knie Journal / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 2662-4028
Elektronische ISSN: 2662-4036
DOI
https://doi.org/10.1007/s43205-025-00361-3
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