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14.12.2017 | Leitthema | Ausgabe 1/2018 Open Access

Der Orthopäde 1/2018

Knochenersatzwerkstoffe als lokale Wirkstoffträger

Aktueller Stand bei Ersatzstoffen verschiedenen Ursprungs

Zeitschrift:
Der Orthopäde > Ausgabe 1/2018
Autoren:
Prof. Dr. K.-D. Kühn, C. Berberich, H. Bösebeck

Zusammenfassung

Hintergrund

Autogenes Knochenmaterial (Autograft) wird in der Chirurgie insbesondere zur Defektauffüllung sowie beim Impaction Grafting bei der Pfannenrekonstruktion und bei der Femurrekonstruktion eingesetzt und gilt als Goldstandard. Weltweit am häufigsten werden allerdings aufgrund des günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses Allografts eingesetzt. Fehlt ausreichendes Knochentransplantat, können Knochenersatzwerkstoffe (KEW) zum Einsatz kommen: Sie basieren auf oder kombinieren unterschiedlichen Materialien. Einen Sonderfall stellen rekombinante Proteine dar wie z. B. die knochenmorphogenetischen Wachstumsfaktoren der BMP-Gruppe, die spezifisch Knochen- und Knorpelwachstum induzieren.

Eigenschaften

KEW bieten den Vorteil, dass sie mit vielen antiinfektiven Wirkstoffen kombiniert werden können. Allerdings müssen bei der Auswahl und Dosis der Wirkstoffe neben der antimikrobiellen Wirksamkeit potenzielle Wechselwirkungen am Implantationsort berücksichtigt werden. Mikrobiologen, Apotheker und Chirurgen sollten gemeinsam entscheiden, welche Kombination ratsam und sinnvoll ist.

Kombinationsprodukte

Ein KEW mit Wirkstoffzusatz ist ein Kombinationsprodukt und ist gekennzeichnet durch eine Hauptwirkung (Knochenersatzfunktion) und eine Nebenfunktion (Schutz des KEW vor einer mikrobiellen Besiedelung). Beide Funktionen müssen im Rahmen der Zertifizierung als Medizinprodukt der Klasse III umfangreich (klinisch) nachgewiesen werden. Arzneimittelbehörden bewerten den Wirkstoff, dessen Funktion und die entsprechende Indikation. Derzeit sind nur einige wenige solcher Kombinationsprodukte am Markt erhältlich. Oftmals wird eine Kombination aus KEW und Wirkstoffen zumeist direkt perioperativ hergestellt, indem der Chirurg selbst dem KEW vor Implantation einen oder mehrere Wirkstoffe zumischt. Der Chirurg wird dadurch Hersteller im Sinne des Gesetzes und übernimmt sämtliche Haftungsrisiken.

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