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08.01.2018 | Schwerpunkt: Geschichtsvergessenheit – Originalien | Ausgabe 1/2018

Psychotherapeut 1/2018

Können wir aus unserer Geschichte lernen?

Spuren von Geschichtsvergessenheit im Selbst- und Rollenverständnis des Psychotherapeuten

Zeitschrift:
Psychotherapeut > Ausgabe 1/2018
Autor:
Prof. Dr. med. Michael Geyer
Wichtige Hinweise

Redaktion

Harald J. Freyberger, Stralsund/Greifswald
Bernhard Strauß, Jena
Schriftliche Fassung eines Plenarvortrags anlässlich der Erfurter Psychotherapiewoche im September 2016.

Zusammenfassung

In diesem Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie Geschichtsvergessenheit bezüglich der Geschichte der Institutionalisierung und Professionalisierung der Psychotherapie uns daran hindert, uns der Spuren dieser Historie in unserem Selbst- und Rollenverständnis bewusst zu sein. Dies wäre jedoch notwendig, damit wir unser aktuelles psychotherapeutisches und gesellschaftliches Handeln kritischer reflektieren. Auch werfen die historischen Vorgänge ein Licht auf grundsätzliche Probleme der Beziehungen zwischen Wissenschaft und Politik, die im Bewusstsein der Fachwissenschaftler gegenwärtig sein sollten. Im Beitrag werden zunächst wesentliche professionsgeschichtliche Linien des 20. Jh. nachgezeichnet, die durch fragwürdige Kollaboration in der Nazizeit gekennzeichnet, jedoch im Bewusstsein der Profession unterrepräsentiert sind. Dazu zählt insbesondere der Umstand, dass der Psychotherapie zwischen 1933 und 1945 nicht nur das formale Überleben, sondern auch eine erfolgreiche und relativ selbstbestimmte Institutionalisierung als Fachdisziplin gesichert wurde. Den Ursachen und Folgen solcher Auslassungen im kulturellen Gedächtnis der Psychotherapeuten wird nachgegangen.
Unsere Form der Erinnerung scheint nicht auszureichen, um solche Lehren aus der Geschichte zu ziehen, die unser heutiges Alltagshandeln betreffen. Der Instrumentalisierung der Psychotherapie durch Politik und Wirtschaft begegnen wir eher gleichgültig. Wir reflektieren nur ungenügend, inwieweit Prozesse der Industrialisierung und Ökonomisierung unser Menschenbild und unser Handeln prägen. Sich den Fakten der eigenen Professionsgeschichte zu stellen, wäre mit der Hoffnung verbunden, die Geschichte berufspolitischer Zusammenarbeit mit einer durch fragwürdige Interessen geleiteten Politik nicht nur nicht zu wiederholen, sondern neu zu gestalten.

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