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13.05.2019 | Originalien | Ausgabe 3/2019

Manuelle Medizin 3/2019

Körperhaltungen von Arbeitnehmern am Beispiel einer Krankenhausgroßküche

Eine objektive Tätigkeitsanalyse

Zeitschrift:
Manuelle Medizin > Ausgabe 3/2019
Autoren:
A. Varnai, A. Nienhaus, D. A. Groneberg, PD Dr. D. Ohlendorf
Wichtige Hinweise
Dieser Artikel ist Teil des Dissertationsprojektes von Frau Alexandra Varnai.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich in Zbl Arbeitsmed 2018 · 68:197–205 https://​doi.​org/​10.​1007/​s40664-017-0238-5.

Zusammenfassung

Ziel

Tätigkeiten in erzwungenen Körperhaltungen, wie Arbeiten in gebeugter oder gedrehter Haltung sowie dauerhaftes Stehen oder repetitive Tätigkeiten, können als hoch belastend für das muskuloskeletale System eingestuft werden. Daher konzentriert sich diese Arbeit auf die körperliche Arbeitsbelastung von Großküchenmitarbeitern auf Basis einer objektiven Tätigkeitsanalyse.

Material und Methoden

Es wird der Arbeitsalltag von 15 (9 w/6 m) Mitarbeitern (Spülküche: 6 [2 w/4 m], Band: 7 [5 w/2 m], Kommissionierung: 2 w) in einer Krankenhausgroßküche an drei verschiedenen Arbeitstagen über den Zeitraum einer gesamten Schicht mittels objektiver Tätigkeitsanalyse analysiert. Diese erfolgt durch eine externe Beobachtungsperson, die die jeweiligen Körperhaltungen in einer speziellen Software sekundengenau erfasst.

Ergebnisse

In allen Tätigkeitsbereichen entfällt der größte Anteil mit >3,5 h auf das „Stehen“. „Gehen“ folgt mit >1,25 h und „Sitzen“ mit >0,75 h. „Bücken“, „Tragen“, „Beugen“, „Torsion“, „Heben“ und „Hocken“ dauern jeweils <0,5 h. Die überwiegenden Tätigkeiten am „Band“ und in der „Spülküche“ werden zu deren Hauptanteil in stehender Körperhaltung ausgeführt. Hinsichtlich der Intersubjektreliabilität liegen in der Spülküche beim „Stehen“ (p ≤ 0,03), „Gehen“ (p ≤ 0,01) und der „Torsion“ (p ≤ 0,01) Signifikanzen vor. Am Band weist die Körperhaltung „Bücken“ eine Signifikanz von p ≤ 0,01 auf.

Schlussfolgerung

Arbeitnehmer der Krankenhausgroßküche arbeiten hauptsächlich in stehender Körperhaltung. Da eine andauernde Stehbelastung insbesondere zu einer erhöhten Beanspruchung von Wirbelsäulenstrukturen sowie von Bändern und Gelenken im Hüft‑, Knie- und Fußbereich führt, ist es anzuraten, die Stehbelastung in der Krankenhausgroßküche zu reduzieren.

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