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01.01.2012 | Leitthema | Ausgabe 1/2012

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 1/2012

Körperliche Aktivität und psychische Gesundheit

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 1/2012
Autoren:
Prof. Dr. Dr. K.-H. Schulz, A. Meyer, N. Langguth

Zusammenfassung

Die Forschung zum Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und psychischer Gesundheit betrachtet die Auswirkungen körperlicher Aktivität sowohl auf der emotionalen als auch auf der kognitiven Ebene. Körperliches Training kann bei Depressionen ähnlich wirksam sein wie eine medikamentöse Therapie. Im vorliegenden Beitrag werden in diesem Zusammenhang diskutierte neurobiologische Mechanismen, die der Stimmungsverbesserung zugrunde liegen, sowie psychologische Selbstkonzept- und Selbstwirksamkeitsmodelle dargestellt. Bei der gut belegten positiven Wirkung körperlicher Aktivität auf Angstzustände und Angststörungen können Desensitivierungsprozesse eine Rolle spielen. Das Phänomen des vor allem bei Leistungssportlern bekannten Übertrainings zeigt, dass körperliches Training nicht in jedem Fall das psychische Wohlbefinden verbessert. Körperliche Aktivität kann dem kognitiven Abbau im Alter vorbeugen und die Entwicklung einer Demenz hinauszögern. Auch bei Kindern und Jugendlichen hat körperliche Aktivität einen positiven Effekt auf die psychische Gesundheit und auf kognitive Funktionen, insbesondere auf die sich in diesem Alter entwickelnden exekutiven Funktionen. Schließlich übt körperliche Aktivität auch einen positiven Einfluss auf die hormonellen Stressregulationssysteme aus: Bei Trainierten zeigen diese eine stärkere Reaktivität und eine schnellere Regenerationsfähigkeit.

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