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Über dieses Buch

Dieses verhaltenstherapeutische Therapiemanual hat zum Ziel, depressive Jugendliche aus ihrer Passivität und Hoffnungslosigkeit herauszureißen und in eine aktivere Haltung zu bringen, aus der heraus Lösungen und Handlungsalternativen möglich werden.

Neben kognitiven Interventionen sind auch viele Übungen zur Aktivierung und zum Verbessern sozialer Fertigkeiten enthalten. Einzelne Kapitel befassen sich mit Strategien zum Problemlösen mit und innerhalb der Familie des betroffenen Jugendlichen.

Zusätzlich enthält das Manual Elternsitzungen, die am Ende des Buches zu finden sind. Ziel dieser ergänzenden Sitzungen ist es, den Eltern oder anderen Bezugspersonen Aufklärung und Informationen über Ursachen und Symptome depressiver Erkrankungen bei Jugendlichen zu vermitteln und ihnen Strategien an die Hand zu geben, wie sie die Jugendlichen im Alltag beim Umsetzen ihrer Therapieziele konkret unterstützen können.

Das vorliegende Buch besteht aus 3 unterschiedlich großen Einheiten:

- Kapitel 1-3 geben einen kurzen Überblick über theoretische Hintergründe und den derzeitigen Stand der Therapieforschung im Bereich der Kinder- und Jugenddepression.

- Kapitel 4 und 5 beschreiben die Struktur und die Handhabung des Behandlungsmanuals.

- Kapitel 6-23 beinhalten die einzelnen Therapiesitzungen mit Hinweisen zur Vorgehensweise.

Die Arbeitsmaterialien und Hilfsmittel befinden sich auf der dem Buch beigefügten CD.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Theoretischer Teil: Grundlagen und Theorie

Frontmatter

1. Depression im Kindes- und Jugendalter – Theorie und Empirie

Das einführende Kapitel widmet sich dem aktuellen Forschungsstand der Depression im Kindes- und Jugendalter mit den Schwerpunkten Theorie und Empirie. Hierzu werden zunächst die derzeit üblichen Klassifikationskriterien und die Epidemiologie dargestellt und dann alters- und entwicklungsspezifische Ausdrucksformen der Erkrankung beschrieben. Die Heterogenität der Symptomatik und die daraus resultierenden Herausforderungen für Kliniker werden erläutert. Anschließend werden mehrere, bisher gut untersuchte ätiologische Faktoren benannt, die in ein multifaktorielles Modell der Kinder- und Jugenddepression integriert werden. Ein solches multifaktorielles Modell wird als gut eingeführtes Beispiel vorgestellt.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

2. Diagnostik

Die Diagnose einer Depression im Kindes- und Jugendalter sollte nach sorgfältiger Integration verschiedener Befunde in jedem Fall multimethodal und multimodal erfolgen. Dies bedeutet, dass zur Diagnosevergabe unterschiedliche Methoden (Exploration, Interviews, Fragebögen, Verhaltensbeobachtung, Leistungsdiagnostik, somatische Diagnostik) auf unterschiedlichen Ebenen (Affekt, Kognition, Verhalten, Körper) zur Anwendung kommen sollten. Außerdem muss der Entwicklungsstand des Kindes/Jugendlichen berücksichtigt werden. Wichtige Aspekte und Fragen zur allgemeinen und störungsspezifischen Anamnese an das Kind und an die Bezugspersonen werden vorgestellt. Außerdem wird auf die Komorbidität und die Differentialdiagnostik, insbesondere auf die Abgrenzung zur sozialen Phobie eingegangen. Zu empfehlende testpsychologische Verfahren und Interviews sind in einer Übersichtstabelle zusammengefasst.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

3. Stand der Behandlungsforschung

Die Therapieforschung im Bereich der Behandlung depressiver Kinder und Jugendlicher ist noch vergleichsweise jung und liefert zum Teil widersprüchliche Ergebnisse. Das zeigt sich unter anderem daran, dass die Behandlungsleitlinien nach Maßgaben relevanter neuer Erkenntnisse häufig verändert werden. In diesem Kapitel werden zunächst die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Pharmakotherapie und anschließend die empirischen Grundlagen für eine psychotherapeutische Behandlung der Kinder- und Jugenddepression anhand maßgeblicher Metaanalysen und Studien dargestellt. Auf die Ergebnisse von Studien, die im naturalistischen Setting kognitive Verhaltenstherapie bei depressiven Jugendlichen angewendet haben, wird eingegangen. Außerdem werden Wirkfaktoren und Moderatoren für den Therapieerfolg dargelegt und Schlüsse aus diesen empirischen Belegen für die therapeutische Praxis daraus gezogen.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

Praktischer Teil: Therapieprogramm

Frontmatter

4. Trainingskonzept

In diesem Kapitel werden das eigentliche Behandlungskonzept sowie die allgemeinen und die spezifischen Behandlungsmethoden beschrieben. Es wird darauf eingegangen, wie die allgemeinen Wirkfaktoren der Psychotherapie umgesetzt wurden und welche spezifischen Methoden (Psychoedukation, kognitive Techniken, operante Methoden, Übungen und Rollenspiele) zur Reduktion depressiver Symptomatik bei den Jugendlichen und deren Bezugspersonen zur Anwendung kommen. Außerdem werden die Zielgruppe, die Behandlungsziele und die Einsatzmöglichkeiten des Manuals beschrieben. Konkret erfolgen Hinweise bei Fragen wie: Welche Therapieindividualisierungen sind möglich und wann nötig? Was ist bei der Umsetzung des Manuals auf einer Station zu beachten? Welche Vorgaben und Möglichkeiten der Behandlung ergeben sich beim Vorliegen komorbider Angststörungen? Des Weiteren wird orientierend die Grobstruktur des Manuals beschrieben.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

5. Struktur und Handhabung des Behandlungsmanuals

Dieses Kapitel gibt einen detaillierten Überblick über das Behandlungsmanual. Zunächst werden die äußere Struktur und die Lesart erklärt. Die Arbeitsblätter, die Tagebücher für die Jugendlichen und die Hausaufgaben werden kurz vorgestellt. Außerdem erfolgt ein Abriss über die einzelnen Module, deren Inhalte und den detaillierten Ablauf der einzelnen Stunden. Auf mögliche Ursachen von Complianceproblemen wird eingegangen und es werden Vorschläge zur Lösung dieser Probleme gemacht. Es wird weiter auf die äußeren Rahmenbedingungen bei der Durchführung der Inhalte eingegangen und es erfolgt ein Hinweis zum Umgang mit dem vor allem im Gruppensetting häufig auftauchenden Problem bei der Verwendung strukturierter Manuale: Die richtige Balance zu finden zwischen der Einhaltung der Struktur einerseits und den zuweilen hohen Anforderungen an die Flexibilität der Therapeuten andererseits.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

6. Sitzung 1: Psychoedukation

Einführung und Kennenlernen

In diesem Kapitel wird die erste Stunde Psychoedukation über depressive Störungen im Kindes- und Jugendalter und die Art der Behandlung dargestellt. Bei Letzterem geht es vor allem um grundsätzliche Merkmale der kognitiven Verhaltenstherapie. Es wird erklärt, was kognitive Verhaltenstherapie bei Depressionen ist und wie sie wirkt. Den Jugendlichen wird vermittelt, dass aktuelle und im Alltag wichtige Probleme behandelt werden und konkrete Lösungen für diese gesucht werden. Außerdem wird auf die Notwendigkeit der Eigeninitiative auf Seiten der Patienten hingewiesen und das Verständnis der Patient-Therapeut-Beziehung erklärt. Außerdem werden in diesem Kapitel einige Vorschläge für Kennenlernspiele und zum Erstellen von Gruppenregeln gemacht, wenn die geplante Therapie im Rahmen einer Gruppe mit mehreren depressiven Jugendlichen stattfinden soll.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

7. Sitzung 2: Psychoedukation

Symptome und Ätiologie der Depression

Dieses Kapitel enthält in Fortführung von Kapitel 6 weitere Übungen zur Psychoedukation über depressive Störungen im Kindes- und Jugendalter. Hierbei wird auf den Unterschied zwischen normaler Traurigkeit und Depression eingegangen, allgemein bekannte und individuelle Symptome der Depression und deren Ätiologie werden in jugendlichengerechter Sprache vermittelt. Dabei wird vor allem auf die pathogene Rolle von Stress eingegangen. Anschließend erfolgt eine Einführung in das kognitive Modell der Depression. Es werden des Weiteren so genannte Auf- und Abwärtsspiralen vorgestellt, indem darauf verwiesen wird, dass auch passive und aktive Verhaltensweisen Ansatzpunkte eines kognitiv-verhaltenstherapeutischen Modells sind, da sie zu negativen oder positiven Gefühlen bzw. Gedanken führen können. Die beschriebenen Inhalte werden an konkreten Beispielen der Jugendlichen vertieft. Ein Stimmungstagebuch wird eingeführt.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

8. Sitzung 3: Psychoedukation

Umgang mit Problemen

Dieses Kapitel hat den Umgang mit für die Jugendlichen problematischen und als stressreich erlebten Situationen zum Inhalt. Depressive Jugendliche haben oft ein real stressreiches soziales Umfeld. Sie sind auch störanfälliger und emotional irritabler als nicht-depressive Jugendliche durch diese Stressoren. In problematischen Situationen verlieren sie schnell den Überblick und geraten in Überforderungsgefühle mit subjektiv erlebtem oder objektivem Kontrollverlust. In diesen Zusammenhängen wird ein maßgeblicher aufrechterhaltender Faktor der Jugenddepression gesehen. Deshalb werden den Jugendlichen fünf konkrete Strategien vermittelt, wie sie mit verschiedenen stressreichen Situationen umgehen können und in welchen Situationen welche Strategie am ehesten Erfolg verspricht. Diese Inhalte werden anhand vieler Beispiele und Übungen mit Hilfe von Arbeitsblättern besprochen. Außerdem werden Möglichkeiten für hilfreiche Problem- und Zielbeschreibungen besprochen.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

9. Sitzung 4: Positive Aktivitäten

Einen guten Plan in die Tat umsetzen

In diesem Kapitel wird auf den Aspekt depressiven und nicht-depressiven Verhaltens innerhalb des kognitiv-verhaltenstherapeutischen Modells genauer eingegangen. Es wird besprochen, wie die Jugendlichen sich einen verstärkungsreicheren Alltag gestalten können. Dabei wird zunächst erklärt, was unter einer so genannten „positiven“ Aktivität zu verstehen ist und warum sie sich positiv auf die depressive Stimmung auswirken kann. Der Grad der Anforderung an den individuellen depressiven Jugendlichen bzw. was konkret unter einer Aktivierung verstanden wird, hängt dabei entscheidend vom Ausmaß der Depression ab. Verschiedene Probleme und Lösungsansätze bei der Unterstützung der Veränderungsmotivation depressiver Jugendlicher werden dargestellt. Diesbezüglich günstiges und ungünstiges Therapeutenverhalten wird besprochen. Weiter werden Anleitungen zur Unterstützung bei der Planung positiver Aktivitäten gegeben und Merkmale positiver und weniger guten Aktivitätsziele besprochen.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

10. Sitzung 5: Gedanken verändern

Einführen in das kognitive Modell

Im kognitiven Modell werden die Symptome einer Depression als die Konsequenz der Aktivierung negativer Schemata und einer nicht realitätsangepassten, sondern einseitig negativ und pessimistischen Verarbeitung von Erlebtem angenommen. In diesem Kapitel werden deshalb Möglichkeiten aufgezeigt, wie Jugendlichen das kognitive Modell der Depression und die Wirkungsweise so genannter automatischer dysfunktionaler, d.h. nicht zielführender, Kognitionen vermittelt werden kann. Dies geschieht einleitend mit Hilfe von Cartoons, in denen häufige depressive Gedanken von Jugendlichen dargestellt sind. Diese Cartoons werden bearbeitet, indem mit den Jugendlichen gemeinsam reflektiert wird, welche Gedanken der Protagonisten depressiv sind und warum sie das sind. Anschließend werden individuelle depressive Gedanken der Jugendlichen ganz ähnlich bearbeitet. Hierzu gibt es viele Arbeitsmaterialien und Tipps für hilfreiches und weniger hilfreiches Therapeutenverhalten.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

11. Sitzung 6: Gedanken verändern

Erkennen negativer Gedanken

Wie können Jugendliche darin unterstützt werden, eigene depressive, nicht zielführende Gedanken bei sich zu erkennen und alternative Bewertungen zu finden? Dies ist das Thema in diesem Kapitel. Hierzu werden Merkmale und die psychologische Wirkung dieser Gedanken besprochen. In weiteren Übungen lernen die Jugendlichen außerdem vier Möglichkeiten kennen, wie sie konkret ihre dysfunktionalen Gedanken verändern können. Diese Strategien werden der Reihe nach bis zu Kapitel 14 bearbeitet anhand von Cartoons, Übungen und Selbstbeobachtung. Anhand der Cartoons werden häufige kognitive Fehler von Jugendlichen vermittelt, die zu einer depressiven Wahrnehmung der Realität, zu Passivität und einer Opferhaltung führen. Ein so genanntes Positivtagebuch wird eingeführt, in welchem die Jugendlichen täglich eigene negative und positivere Gedanken aufschreiben sollen. Tipps für hilfreiches Therapeutenverhalten ergänzen dieses Kapitel.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

12. Sitzung 7: Gedanken verändern

Strategien, mit negativen Gedanken umzugehen

In diesem Kapitel geht es darum, wie den Jugendlichen Möglichkeiten vermittelt werden können, aktiv eine positivere Lebenshaltung zu finden, ohne sich direkt mit ihren negativen Gedanken zu beschäftigen. Hierzu werden beispielhaft Übungen angeleitet und Vorschläge gemacht, wie ein Wechsel in Richtung einer allgemein positiveren Haltung vorgenommen werden kann. Die Aufmerksamkeit wird dabei bewusst auf positive innere Sätze und Interpretationen gelenkt. Die Jugendlichen sollen außerdem so viel als möglich eigene Ideen entwickeln und die eigene Kreativität positiv nutzen. Als weitere Methode dient ein Poster, das im Einzelsetting zusammen mit dem Therapeuten oder innerhalb der Gruppe von den Mitgliedern der Gruppe erstellt werden kann. Zusätzlich werden Tipps zur Umsetzung des sokratischen Dialogs bzw. der Durchführung hedonistischer und empirischer Dispute gegeben.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

13. Sitzung 8: Gedanken verändern

Auslösende Ereignisse entdecken

In diesem Kapitel werden Übungen angeleitet, wie depressive Jugendliche auslösende Ereignisse für häufig vorkommende schlechte Gefühle und negative Gedanken finden können. Dazu wird zwischen drei Situationstypen unterschieden: Leistungssituationen, Kontaktsituationen, Konflikte mit Autoritätspersonen. Die zu bearbeitende Fragestellung ist, ob es im Alltag der Jugendlichen immer wieder ähnliche Situationen gibt, in denen sie Schwierigkeiten oder depressive Gefühle haben. Als Methode zur Veranschaulichung wird das ABC der Gefühle verwendet. Welche Situationen lösen regelmäßig negative Gefühle aus? Im nächsten Schritt wird nach so genannten depressiven Grundannahmen gefahndet. Zur Unterstützung werden Cartoons und Arbeitsblätter herangezogen. Daneben erhalten die Therapeuten nützliche Tipps für die konkrete Vorgehensweise beim ABC der Gefühle.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

14. Sitzung 9: Gedanken verändern

Sich ablenken

In diesem Kapitel erhalten die Jugendlichen Psychoedukation über die Zusammenhänge zwischen körperlicher und seelischer Gesundheit und über die positive Wirkung von Entspannungsübungen und sportlichen Aktivitäten. Dabei wird auch über das reale und gewünschte Selbstbild gesprochen und eine Übung dazu angeleitet. Die häufige depressive Kognition „Sich anstrengen lohnt nicht, das bringt doch alles nichts“ wird gezielt mit Hilfe eines Cartoons hinterfragt. Diese Sitzung wurde konzipiert, um Anregungen für die Jugendlichen und deren Therapeuten zu geben, die je nach Interesse und Bedarfslage des Jugendlichen individuell ausgebaut und erweitert werden können. Die einzelnen Inhalte können auch als zusätzliche Übungen in die anderen Sitzungen eingebaut werden, um diese durch ein aktivierendes Element zu bereichern.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

15. Sitzung 10: Gedanken verändern

Zusammenfassung und Wiederholung

In diesem Kapitel sind Psychoedukation, gezielte Fragen und Übungen enthalten, die eine Zusammenfassung und eine Wiederholung der Inhalte aus den bisherigen Kapiteln zum verändern negativer Gedanken ermöglichen. Hierzu werden Fragen zu den Merkmalen negativer Gedanken, den Möglichkeiten diese zu verändern, zu den Merkmalen positiver Gedanken, zu fünf Strategien mit schwierigen Situationen umzugehen und Fragen und Möglichkeiten bezüglich einer ganz persönlichen, individuellen Strategie, mit negativen Gedanken umzugehen, erörtert. Das Besprochene wird spielerisch mit Hilfe der Übung „1. FC Depri vs. 1. FC Gut gelaunt“ vertieft. Die zu vermittelnde übergeordnete Botschaft für die Jugendlichen soll sein: „Negative Gedanken sagen Dir, ich bin ein Opfer und kann nichts tun. Positive Gedanken sagen Dir, Ich kann immer etwas tun und es wenigstens versuchen, ein Problem zu lösen!“

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

16. Sitzung 11: Umgang mit anderen

Wie man Freunde gewinnt

Depressive Jugendliche haben aus verschiedenen Gründen Probleme im sozialen Bereich. Einerseits werden sie oft in einem Umfeld groß, das konflikthaft ist. Andererseits sind sie oft sozial ungeschickt, wissen nicht, wie sie Freunde finden können oder sie sind bedingt durch die Depression sehr verletzbar und aus diesem Grund oft in Konflikte verwickelt. In diesem Kapitel sind deshalb Übungen enthalten, die es ihnen erleichtern sollen, mit Gleichaltrigen Kontakt aufzunehmen. Es erfolgt zunächst die vereinfachte Darstellung eines Kommunikationsmodells und Psychoedukation über die Zusammenhänge zwischen Beziehung und Kommunikation. Hierzu werden gezielt Cartoons, deren Protagonisten ähnliche Probleme haben, bearbeitet und Übungen und Rollenspiele zum Thema werden angeleitet. Das Kapitel enthält außerdem ein strukturiertes Durchführungsschema für Rollenspiele.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

17. Sitzung 12: Umgang mit anderen

Wie man Konflikte löst – Probleme ansprechen

In diesem Kapitel geht es darum, die Merkmale und die Wirkung von selbstsicherem, unsicherem und aggressivem Verhalten zu erarbeiten. Die Teilnehmer sollen eigene Erfahrungen einbringen und in Rollenspielen selbstsicheres Verhalten in für sie belastenden Situationen (mittlerer Belastungsgrad) ausprobieren. Ziele hierbei sind die Konfrontation mit individuellen funktionalen und dysfunktionalen Verhaltensweisen und die Auseinandersetzung der Teilnehmer mit ihren individuellen funktionalen und dysfunktionalen Einstellungen in sozialen Situationen. Es werden Übungen durchgeführt, wie konkret negative Gefühle angesprochen werden können, ohne die Situation weiter eskalieren zu lassen oder eigene Ziele und Kontaktwünsche zu gefährden. Zum ansprechen von Problemen wird das C-A-B-Schema vermittelt. Negative Gefühle wie Wut, Ärger, Enttäuschung werden hierbei als Signale verstanden, etwas zu verändern. Anhand von Cartoons werden diese Inhalte einleitend besprochen, außerdem werden Rollenspiele zum Konfliktlösen durchgeführt und Anleitungen hierzu gegeben.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

18. Sitzung 13 und 14: Umgang mit anderen

Wie man Konflikte löst: Jugendliche

In diesem Kapitel werden die Themen der letzten beiden Kapitel weitergeführt. Konkret wird beschrieben, wie man als Therapeut anhand des Spiels „Stille Post“ verdeutlichten kann, wie Missverständnisse entstehen: Der Zuhörer versteht etwas anderes als der Sprecher gemeint hat. Beim Spiel entsteht dies dadurch, dass der Empfänger nicht nachfragen darf und das „Gehörte“ bzw. seine Interpretation an den Nächsten weitergibt. Es wird rekurriert auf das vereinfachte Kommunikationsmodell aus Kapitel 16. Um Missverständnisse zu vermeiden, aus denen wiederum Konflikte entstehen können, sind klar formulierte so genannte Ich-Aussagen z. B. mit Hilfe des C-A-B-Schemas auf Seiten des Sprechers und das aktive und interessierte Zuhören und Nachfragen auf Seiten des Zuhörers wichtig. Dies wird in Rollenspielen geübt, außerdem wird ein Beispiel für ein von den Therapeuten durchzuführendem Modellrollenspiel vorgestellt.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

19. Sitzung Jugendliche und Eltern: Umgang mit anderen

Wie man Konflikte löst: Jugendliche und Eltern

Dieses Kapitel enthält Übungen zum Konfliktlösen mit und innerhalb der Familie und gibt Tipps, wie man diese gemeinsamen Stunden mit den depressivem Jugendlichen einerseits und Bezugspersonen andererseits gestalten kann. Zunächst werden einige Besonderheiten in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern herausgearbeitet, die diese Beziehungen anfällig für Konflikte machen. Es wird besonders auf das veränderte Rollenverständnis der Jugendlichen im Gegensatz zu jüngeren Kindern hingewiesen. Aufgrund dieses veränderten Rollengefüges besteht in vielen Familien die Notwendigkeit einer neuen und veränderten Kommunikation, um Konflikte zu bewältigen. Dabei wird ein Problemlösemodell vorgestellt, das fünf Schritte zur Problemlösung beinhaltet. Anhand eines angeleiteten strukturierten Problemlöseprozesses sollen die Familien eigenständig Lösungen für immer wiederkehrende problematische Situationen finden.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

20. Schlusssitzung

Umgang mit künftigen Krisensituationen

Dieses Kapitel fasst Übungen zusammen, die den Umgang mit nach Beendigung der Therapie möglichen Krisensituationen zum Inhalt haben. Dabei erfolgt zunächst ein Rekurs auf die in den ersten Sitzungen besprochenen fünf Problemlösestrategien und auf den Zusammenhang zwischen Gefühlen, Gedanken und Verhalten. Die Jugendlichen sollen individuelle depressive Symptome finden, die sich gebessert haben, Symptome, die einen Rückfall ankündigen benennen und herausfinden, wobei sie noch Unterstützung benötigen. Anhand eines Arbeitsblattes wird ein Rückfallplan erarbeitet mit Unterstützung des Therapeuten und/oder anderen Jugendlichen, wenn die Therapie im Rahmen einer Gruppe stattfindet. Es sollen konkrete Personen, Institutionen und Helfer benannt werden, die auch wirklich im Notfall real zur Verfügung stehen. Außerdem werden Vorschläge zur Planung von Auffrischungssitzungen gemacht.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

21. Elternsitzung 1

Eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Sicht der Kinder- und Jugenddepression

Dieses Kapitel enthält Übungen für eine psychoedukative Gruppe, die parallel oder im Vorfeld zur Einzel- oder Gruppentherapie der depressiven Jugendlichen stattfinden kann. Teilnehmer sind also nur die Bezugspersonen des Jugendlichen. Hierbei wird ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Modell der Kinder- und Jugendlichendepression vermittelt: Die Teilnehmer erhalten Informationen über das Erscheinungsbild und die Ursachen der Kinder- und Jugenddepression und es wird eine Arbeitsdefinition dieses Störungsbildes gegeben. Ebenso erfolgen eine Einführung in das kognitive Modell der Depression und ein Abriss über die allgemeinen Inhalte der Therapie der Jugendlichen. Außerdem wird vermittelt, mit welchen konkreten Verhaltensweisen im Alltag die Eltern und andere Bezugspersonen die Jugendlichen unterstützen, ihre Therapieziele zu erreichen. Hierzu gibt es Arbeitsblätter.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

22. Elternsitzung 2

Pubertät, Depression und Kommunikation I

Dieses Kapitel enthält Übungen für eine psychoedukative Gruppe, die parallel oder im Vorfeld zur Einzel- oder Gruppentherapie der depressiven Jugendlichen stattfinden kann. Teilnehmer sind also nur die Bezugspersonen des Jugendlichen. Den Eltern wird der Zusammenhang zwischen Pubertät, Jugenddepression und familiären Kommunikationsstrukturen vermittelt. Zunächst erfolgt eine Psychoeduaktion über die biologischen und psychosozialen Veränderungen in der Pubertät und darüber, dass und warum gerade diese Lebensspanne eine Phase der erhöhten Vulnerabilität für Depressionen ist. Dysfunktionale Kommunikation wird als aufrechterhaltender Faktor für die Jugenddepression herausgearbeitet und es erfolgt Information darüber, wie Missverständnisse und Konflikte in der Familie entstehen können. Dabei wird ein vereinfachtes Kommunikationsmodell vorgestellt. Aufmerksames Zuhören auf Seiten der Eltern wird geübt und funktionale Kommunikation als ein Mittel zur Verbesserung der Resilienz der Jugendlichen vermittelt.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

23. Elternsitzung 3

Pubertät, Depression und Kommunikation II

Dieses Kapitel enthält Übungen für eine psychoedukative Gruppe, die parallel oder im Vorfeld zur Einzel- oder Gruppentherapie der depressiven Jugendlichen stattfinden kann. Teilnehmer sind also nur die Bezugspersonen des Jugendlichen. Die in den letzten beiden Elternsitzungen vermittelten Inhalte sollen konkret angewendet und geübt werden. Dies geschieht in Rollenspielen und in Teamübungen. Die Eltern sollen üben, sowohl positive Gefühle als auch Kritik und Ärger ihren Kindern gegenüber zu äußern, ohne die Beziehung zum Kind grundlegend in Frage zu stellen. In einem strukturierten Problemlöseprozess sollen außerdem konkrete, im Alltag immer wieder vorkommende Konflikte, aufgegriffen und bearbeitet werden. Das Ziel ist es, dass die Eltern Fertigkeiten erlernen, einen solchen Problemlöseprozess zu Hause in der Familie anzuleiten.

Ulrike Abel, Martin Hautzinger

Backmatter

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