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27.09.2019 | Leitthema | Ausgabe 11/2019 Open Access

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 11/2019

Kohlenmonoxid – ein unterschätztes Risiko? Bekanntheit, Wahrnehmung, Wissen und Präventionsverhalten

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 11/2019
Autoren:
Katrin Jungnickel, Mark Lohmann, Gaby-Fleur Böl

Zusammenfassung

Hintergrund

Jährlich behandeln die Krankenhäuser in Deutschland etwa 450.000 Menschen aufgrund von Vergiftungen. Um die Anzahl an Vergiftungsunfällen zu reduzieren, ist es essenziell, die Bevölkerung umfassend über Vergiftungsrisiken und Präventionsmöglichkeiten aufzuklären.

Ziel

Ziel ist es, die Risikowahrnehmung gegenüber Vergiftungen genauer zu erforschen, um auf dieser Basis geeignete Kommunikationsmaßnahmen zu entwickeln. Als spezielles Schwerpunktthema wurde das Risiko einer Vergiftung durch Kohlenmonoxid (CO) gewählt.

Methode

1012 Personen ab 14 Jahren wurden in Deutschland telefonisch zu Bekanntheit, Wahrnehmung und Wissen im Zusammenhang mit Vergiftungsrisiken, insbesondere Kohlenmonoxid, befragt.

Ergebnisse

Die höchsten Bekanntheitswerte erreichen Alkohol‑, CO- und Pilzvergiftungen. Gerade für Kinder bedeutsame Risikoquellen wie Knopfzellenbatterien, Lampenöle oder Flüssigkeiten in E‑Zigaretten sind dagegen kaum präsent. 82 % aller Befragten haben schon einmal von Vergiftungsfällen im Zusammenhang mit Kohlenmonoxid gehört und 41 % schätzen das Risiko einer unbeabsichtigten Vergiftung mit CO als eher hoch oder sehr hoch ein. Dennoch besitzen nur 15 % einen CO-Melder. Obwohl die überwiegende Mehrheit der Befragten angibt, die Ursachen und Symptome von CO-Vergiftungen zu kennen, glauben dennoch mehr als ein Drittel fälschlicherweise, man könne Kohlenmonoxid am Geruch, an der Rauchentwicklung oder am Alarmsignal des Rauchmelders erkennen. Zudem besteht Aufklärungsbedarf zur möglichen CO-Intoxikation beim Shisharauchen in geschlossenen Räumen und bei der Lagerung von Holzpellets.

Diskussion

Die Ergebnisse liefern erste Hinweise zu Zielgruppen und Verbreitungswegen für zukünftige Risikokommunikationsmaßnahmen.

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Print-Titel

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