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coloproctology

Komplette mesokolische Exzision

Gibt es genügend Evidenz?

Erschienen in:

Zusammenfassung

Nach wie vor stellt die primäre Resektion die Standardtherapie des nichtmetastasierten Kolonkarzinoms dar. Analog zum weltweit anerkannten Konzept der totalen mesorektalen Exzision („total mesorectal excision“, TME) für das Rektumkarzinom wurde für das Kolonkarzinom das Konzept der kompletten mesokolischen Exzision („complete mesocolic excision“, CME) vorgestellt, welches die Entfernung des jeweils onkologisch relevanten Mesokolons unter Respektierung der Integrität des Mesokolons sowie die zentrale vaskuläre Ligatur (CVL) mit radikaler Lymphknotendissektion beinhaltet. Die aktuelle Datenlage zur CME zeigt mit starker Evidenz, dass die Präparate nach CME-Resektionen bessere histopathologische Qualitätskriterien (inkl. einer höheren Anzahl an resezierten Lymphknoten und einer höheren Dissektionsrate in der korrekten mesokolischen Schicht) aufweisen als jene nach konventioneller, nicht den Prinzipien der CME folgenden Kolonresektion. Allerdings besteht bisher aufgrund einer teils heterogenen Studienlage und Schwächen der bisherigen Studien (fehlende Subgruppenanalysen nach Lokalisation des Karzinoms, Vergleich mit historischen Kollektiven und enorme Divergenz in der chirurgischen Ausführung der konventionellen Kolonresektionen) eine noch limitierte Evidenz für das onkologische Ergebnis und den Vergleich zwischen offener und laparoskopischer CME. Weitere Studien zum onkologischen Outcome sind notwendig, um der CME für Kolonkarzinome den gleichen Stellenwert wie der TME für Rektumkarzinome zuschreiben zu können.
Titel
Komplette mesokolische Exzision
Gibt es genügend Evidenz?
Verfasst von
M. Brunner
M. Maak
K. E. Matzel
A. Denz
K. Weber
Prof. Dr. R. Grützmann, MBA
Publikationsdatum
05.01.2018
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
coloproctology / Ausgabe 1/2018
Print ISSN: 0174-2442
Elektronische ISSN: 1615-6730
DOI
https://doi.org/10.1007/s00053-017-0219-3
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