Zum Inhalt

Raynaud-Phänomen bei Kindern und Jugendlichen

Erschienen in:

Zusammenfassung

Charakteristisch für ein Raynaud-Syndrom/Raynaud-Phänomen (RP) ist ein anfallsweises Erblassen der Finger oder Zehen aufgrund von Verengungen der Blutgefäße. Die Diagnose wird auf Grund der Anamnese und körperlicher Untersuchung gestellt. Die Prävalenz im Kindesalter liegt bei 18 % der Mädchen und 12 % der Jungen. Bei Patienten in den ersten 2 Lebensdekaden wurde eine Prävalenz von 2 % in der 1. Lebensdekade festgestellt. Es gibt ein primäres RP und ein sekundäres RP. Das primäre RP geht ohne pathologische Veränderungen in der Nagelfalzkapillaroskopie (NF) einher und ohne signifikanten ANA(Antinukleäre Antikörper)-Titer (niedriger als 1:640). Beim sekundären RP ist die Anzahl der Kapillaren bei der NF vermindert (Kapillarenzahl/Millimeter weniger als 6), und es sind vermehrt abnormale Kapillaren, Giant-Kapillaren, Blutungen und avaskuläre Bereiche sichtbar. Es ist essenziell zu definieren, was ein normaler Nagelfalzkapillaroskopie-Befund bei Kindern bedeutet, da dieser sich von dem normalen Befund eines Erwachsenen unterscheidet. In einer systemischen Suche nach veröffentlichten Fällen von Mischkollagenosen bei Kindern konnte gezeigt werden, dass das RP das meistberichtete Symptom bei Beginn der Erkrankung bei 70 % der 215 Patienten war. In der weltgrößten juvenilen systemischen Sklerodermiekohorte (www.juvenile-scleroderma.com) haben nach 2,4 Jahren Erkrankungsdauer von 150 Patienten 90 % ein RP gezeigt. Bei auffälliger NF wird alle 6 Monate, bei auffälliger NF mit gleichzeitiger spezifischer ENA(extrahierbare nukleäre Antigene)-Positivität alle 3 Monate eine Verlaufskontrolle empfohlen.
Titel
Raynaud-Phänomen bei Kindern und Jugendlichen
Verfasst von
Dr. Ivan Foeldvari
Publikationsdatum
13.06.2025
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
hautnah / Ausgabe 4/2025
Print ISSN: 1866-2250
Elektronische ISSN: 2192-6484
DOI
https://doi.org/10.1007/s12326-025-00724-7
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Kompaktes Leitlinien-Wissen Dermatologie (Link öffnet in neuem Fenster)

Mit medbee Pocketcards schnell und sicher entscheiden.
Leitlinien-Wissen kostenlos und immer griffbereit auf ihrem Desktop, Handy oder Tablet.

Neu im Fachgebiet Dermatologie

Mehr molekulare Diagnostik bei Krebs ist nicht immer besser

Neue molekularpathologische Methoden erhöhen die diagnostische Sensitivität bei Tumorerkrankungen. Aber verfeinert ein stetiges Mehr an molekularer Diagnostik auch die therapeutische Präzision? Diese Frage wurde im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK) 2026 in Berlin diskutiert. 

Nutzen von Dupilumab bei chronischer spontaner Urtikaria bestätigt

Für Patienten und Patientinnen mit chronischer spontaner Urtikaria, die trotz H1-Antihistaminika symptomatisch bleiben, könnte Dupilumab eine weitere Behandlungsoption darstellen. Die Wirksamkeit des Il-4/13-Inhibitors ist jetzt durch eine zweite Phase-3-Studie belegt.

Warum suizidgefährdete Ärztinnen und Ärzte keine Hilfe suchen

Gedanken an eine Selbsttötung gehen Ärztinnen und Ärzten vergleichsweise häufig durch den Kopf. Hilfe wäre möglich, wird aber selten gesucht. Warum eigentlich?

Elektronische Heilberufsausweise: Kartenaustausch jetzt beauftragen

Ärzte und Psychotherapeuten mit einem neuen Heilberufsausweis der Generation 2.1 müssen diesen jetzt mitunter nochmals tauschen. Die KBV appelliert an die Betroffenen, der Aufforderung ihres Anbieters nachzukommen und umgehend eine Austauschkarte zu beantragen.

Update Dermatologie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Die Leitlinien für Ärztinnen und Ärzte, 3D Illustration einer DNA Sequenzierung/© undefined / Getty Images / iStock, Junge Frau in Krankenhaus-Kleidung/© gpointstudio / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)