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29.10.2019 | Kolorektales Karzinom | Originalien | Ausgabe 6/2019

coloproctology 6/2019

Gesundheitsökonomische Analyse der Vorsorgekoloskopie bei sporadischem, familiärem und hereditärem Darmkrebs

Zeitschrift:
coloproctology > Ausgabe 6/2019
Autoren:
MBA PD Dr. med. Ralph Schneider, Prof. Dr. Thomas Mühlencoert, Prof. Dr. Michael Berken, Dr. med. Andreas Ommer

Zusammenfassung

Einleitung

Kolorektale Karzinome treten in etwa 70 % sporadisch, in 25 % familiär gehäuft und in 5 % hereditär auf. Die Koloskopie ist seit 2002 fester Bestandteil in der Darmkrebsvorsorge für alle Personen ab einem Alter von 55 Jahren. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Vorsorgekoloskopie hinsichtlich Kosten und Nutzen zu analysieren und zu bewerten.

Material und Methoden

Basierend auf einer Arbeit aus dem Jahr 2010 soll eine differenzierte gesundheitsökonomische Betrachtung der Vorsorgekoloskopie für Patienten mit sporadischem, familiärem oder hereditärem Hintergrund durchgeführt werden. Als familiäre Häufung wird dabei das Auftreten von kolorektalen Karzinomen vor dem 55. Lebensjahr und/oder eine auffällige Familienanamnese gewertet.

Ergebnisse

Die Präventionskosten je 10.000 Berechtigten liegen bei sporadischen Fällen bei 3.780.019 €, bei familiärer Häufung bei 4.806.890 € und bei Berechtigten mit hereditärem Hintergrund bei 46.803.741 €. Der Nutzen wird anhand der vermeidbaren Therapiekosten und dem Produktionswert der vermeidbaren Krankheitstage berechnet. Die Berechnungen beruhen auf Szenarien, in denen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Karzinom aufgrund der Koloskopie vermieden wird bei 95 %, 75 % und 50 % liegt. Somit ergeben sich Kosten-Nutzen-Verhältnisse je nach Szenario von 3–6 für sporadische Karzinome, von 8–15 für familiär gehäufte Fälle und von 2–4 für Betroffene von hereditären Erkrankungen.

Schlussfolgerung

Mit relativ geringen Kosten für Vorsorgekoloskopien lassen sich enorme Therapiekosten für kolorektale Karzinome und Produktionsausfälle gemessen an den Produktionswerten der vermeidbaren Krankheitstage vermeiden. Somit ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Vorsorgekoloskopie bei familiär gehäuft auftretenden Karzinomen aufgrund des jungen Lebensalters besonders hoch. Dieser volkswirtschaftliche Nutzen in der Vermeidung von Produktionsausfällen sollte Anreiz für Arbeitgeber sein, dass ihre Mitarbeiter an Vorsorgekoloskopien teilnehmen.

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