Zum Inhalt
Die Pathologie

Tumor-Immunzell-Interaktion und Seneszenz-assoziierte Moleküle im kolorektalen Karzinom

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Ausgelöst durch potenziell protumorigene, zellschädigende Ereignisse stellt zelluläre Seneszenz eine Barriere gegen maligne Entartung dar. Seneszenzinduktion führt zu Veränderungen auf zellulärer Ebene (Chromatinstruktur, Metabolismus, Zellzyklusarrest) und alteriert die Interaktion der seneszenten (Tumor‑)Zellen mit ihrer Mikroumgebung. Seneszente Zellen modellieren die Tumor-Immunüberwachung, induzieren aber durch das veränderte Sekretom auch promaligne Prozesse.

Ziel der Arbeit

In dieser Arbeit werden Nachweismethoden und prognostische Implikationen zellulärer Seneszenz im kolorektalen Karzinom (CRC) untersucht und es soll zum Verständnis der Interaktion seneszenter CRC-Zellen mit dem Immunsystem beigetragen werden.

Material und Methoden

Seneszenz-assoziierte Moleküle wurden immunhistochemisch an einem Tissue Microarray (TMA) von n = 598 CRC-Patienten untersucht. Eine Korrelation der Expression mit krankheitsspezifischem Überleben (DSS) und progressionsfreiem Überleben (PFS) wurde untersucht. An konsekutiven TMA-Schnitten wurde die räumliche Beziehung p21- und CD8-positiver Zellen untersucht. In vitro wurde Seneszenz an CRC-Zelllinien induziert und deren Interaktion in Ko-Kultur mit verschiedenen Immunzelllinien funktionell untersucht.

Ergebnisse

Die Expression Seneszenz-assoziierter Moleküle und die räumliche Beziehung zwischen p21- und CD8-positiven Zellen korrelieren signifikant mit DSS und PFS. Sowohl die Abwesenheit als auch eine extrem hohe Expression Seneszenz-assoziierter Moleküle sind mit einer negativen Prognose verknüpft. In vitro werden seneszente CRC-Zellen dosisabhängig durch Immunzellen über direkten Zell-Zell-Kontakt und Apoptoseinduktion eliminiert.

Diskussion

Als Nachweis einer wichtigen Barrierefunktion gegen maligne Entartung haben Seneszenzmarker signifikante prognostische Relevanz im CRC. Unsere Ergebnisse verdeutlichen darüber hinaus den pleiotropen Effekt zellulärer Seneszenz in vivo. Die Auswirkungen zellulärer Seneszenz sind abhängig von der Mikroumgebung und der Immunüberwachung seneszenter Zellen.
Titel
Tumor-Immunzell-Interaktion und Seneszenz-assoziierte Moleküle im kolorektalen Karzinom
Verfasst von
Dr. med. Franziska Kellers
Publikationsdatum
01.12.2023
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Pathologie / Ausgabe Sonderheft 3/2023
Print ISSN: 2731-7188
Elektronische ISSN: 2731-7196
DOI
https://doi.org/10.1007/s00292-023-01267-5
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Passend zum Thema

Kongressdossier zum Deutschen Krebskongress 2026

18. - 21. Februar 2026 | BerlinAuf dieser Seite halten wir Sie mit tagesaktuellen Berichten vom Deutschen Krebskongress auf dem Laufenden. Außerdem finden Sie hier Ausblicke auf spannende Themen, die vor Ort diskutiert werden. Expertinnen und Experten erzählen, auf welche DKK-Sessions sie sich besonders freuen.

Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Passend zum Thema

ANZEIGE

Nieren am Limit – Thrombose-Management bei eingeschränkter Nierenfunktion

Keine Theorie, sondern handfeste Antworten auf Ihre klinischen Fragen! Prof. Dr. Renders, TU München, erklärt praxisnah: Welche Antikoagulanzien bei welcher GFR? Was tun bei akutem Nierenversagen mit schwankenden Werten? Wie die Therapie steuern, wenn klassisches Monitoring versagt? Welche neuen Daten gibt es zu DOAKs und NMH? Nierenwerte anzuschauen ist nicht nur Sache der Nephrologen – es ist ein essentieller Teil des Antikoagulationsmanagements. Dieser Vortrag gibt Ihnen das Rüstzeug, um im klinischen Alltag die richtigen Entscheidungen zu treffen.

ANZEIGE

Antikoagulation bei hohem Blutungsrisiko – krebsassoziierte Thrombosen (CAT) richtig managen

Thrombosen verhindern und Blutungen vermeiden – eine patientengerechte Behandlung krebsassoziierter Thrombosen (CAT) erfordert beides. Doch was gibt es bei der individuellen Abwägung zwischen VTE- und Blutungsrisiko zu beachten?  Erfahren Sie im Video, welche klinischen Faktoren das Blutungsrisiko bestimmen, wie diese die Wahl der Antikoagulation beeinflussen und warum aktuelle Leitlinien für viele CAT-Patientenprofile niedermolekulare Heparine als Behandlungsoption empfehlen.

ANZEIGE

Frühstückssymposium: Wenn Antikoagulation auf den Magen schlägt

Antikoagulation und gastrointestinale Blutungen – zwei Seiten einer Medaille und Schwerpunkt des Frankfurter Gerinnungssymposiums. Sehen Sie, wie Prof. Dr. med. Martin Raithel und Prof. Dr. med. Sebastian Krug anhand anschaulicher Fallbeispiele und aktueller Leitlinien die Grenzen der oralen Antikoagulation, insbesondere im Kontext gastrointestinaler Tumorerkrankungen, beleuchten. 

ANZEIGE

Management von Thromboembolien bei Krebspatienten

Die Thromboembolie ist neben Infektionen die zweithäufigste Todesursache bei Krebspatienten. Die Behandlung der CAT (cancer associated thrombosis) ist komplex und orientiert sich am individuellen Patienten. Angesichts einer Vielzahl zur Verfügung stehender medikamentöser Behandlungsoptionen finden Sie hier viele Informationen zur Therapieentscheidung auf Basis von Expertenempfehlungen.

LEO Pharma GmbH
Bildnachweise
Berlin/© amyrxa / stock.adobe.com, Vortrag Renders/© Leo Pharma GmbH, Teaserbild Blutungsrisko managen bei Antikoagulation - Waage/© Leo Pharma GmbH, Vortrag Frankfurter Gerinnungssymposium/© LEO Pharma GmbH (Screenshot aus Vortrag), Thrombus und Patientin im Gespräch/© crevis / adobe.stock.com (Symbolbild mit Fotomodell)