Zum Inhalt
Die Chirurgie

Übergangsphase zur roboterassistierten Chirurgie beim kolorektalen Karzinom: eine vergleichende konsekutive Kohortenstudie

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Das Kolorektalkarzinom wird zunehmend minimal-invasiv und in neuester Zeit auch roboterassistiert operiert.

Methode

Diese kontrollierte Kohortenstudie vergleicht die Ergebnisse der Operation des Kolorektalkarzinoms im Zeitraum der Übergangsphase der konventionellen Laparoskopie (2015–2017) zur roboterassistierten Chirurgie (2018–2022). Die untersuchten Parameter betrafen die postoperativen Komplikationen nach Clavien-Dindo-Klassifikation, die TNM-Klassifikation, die Anzahl resezierter Lymphknoten und das Textbook Oncologic Outcome (TOO).

Ergebnisse

In der Robotergruppe waren mehr Patienten mit ASA-Klassifikation Grad 3–4 (p = 0,016) vertreten; in der laparoskopischen Gruppe waren mehr linksseitige und rektale Tumoren, in der robotischen Gruppe mehr Tumoren des Transversums und des rechtsseitigen Kolons (p < 0,001). In der laparoskopischen Gruppe mussten mehr Patienten reoperiert werden (R 5 % vs. L 19 %; p = 0,007), es traten mehr Komplikationen (R 22 % vs. L 40 %) und schwerere Komplikationen auf (CDC-Grad ≥ III) (R 8 % vs. L 25 %; p = 0,023); Anastomoseninsuffizienzen waren häufiger in der laparoskopischen Gruppe (R 5 % vs. L 17 %; p = 0,032). Sowohl beim 2‑Jahres-Überleben (OS) als auch beim rezidivfreien Überleben (RFS) wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt (OS: R 97 % vs. L 98 %; p = 0,455/RFS: R 98 % vs. L 92 %; p = 0,232). In der Laparoskopiegruppe sind im Verlauf von 4 Jahren signifikant mehr Tumorrezidive aufgetreten (R 1 % vs. L 14 %; p = 0,009). Es gab mehr Patienten mit TOO in der roboterassistierten (89,53 %) als in der laparoskopischen Gruppe (53,79 %).

Diskussion

Die Übergangsphase von Laparoskopie auf Robotik war sicher: Die Komplikationen wurden reduziert, die TOOs gesteigert, Lymphknotenresektion und 2‑Jahres-Überleben waren vergleichbar. Die roboterassistierte onkologische Chirurgie kann in einem Zentrumsspital in hoher Qualität angeboten werden und leistet einen wichtigen Beitrag zur Qualität der Patientenversorgung.

Graphic abstract

Titel
Übergangsphase zur roboterassistierten Chirurgie beim kolorektalen Karzinom: eine vergleichende konsekutive Kohortenstudie
Verfasst von
Prof. Dr. med. U. A. Dietz
M. Kalisvaart
S. Maksimovic
R. Frey
M. Ramser
B. M. Erhart
U. Pfefferkorn
Publikationsdatum
05.06.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Chirurgie / Ausgabe 11/2025
Print ISSN: 2731-6971
Elektronische ISSN: 2731-698X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00104-025-02316-w
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Passend zum Thema

Kongressdossier zum Deutschen Krebskongress 2026

18. - 21. Februar 2026 | Berlin
Auf dieser Seite werden wir Sie mit tagesaktuellen Berichten vom Deutschen Krebskongress auf dem Laufenden halten. Vor dem Start des Kongresses finden Sie hier zudem Ausblicke auf spannende Themen, die vor Ort diskutiert werden. Expertinnen und Experten erzählen, auf welche DKK-Sessions sie sich besonders freuen.

Passend zum Thema

ANZEIGE

Nieren am Limit – Thrombose-Management bei eingeschränkter Nierenfunktion

Keine Theorie, sondern handfeste Antworten auf Ihre klinischen Fragen! Prof. Dr. Renders, TU München, erklärt praxisnah: Welche Antikoagulanzien bei welcher GFR? Was tun bei akutem Nierenversagen mit schwankenden Werten? Wie die Therapie steuern, wenn klassisches Monitoring versagt? Welche neuen Daten gibt es zu DOAKs und NMH? Nierenwerte anzuschauen ist nicht nur Sache der Nephrologen – es ist ein essentieller Teil des Antikoagulationsmanagements. Dieser Vortrag gibt Ihnen das Rüstzeug, um im klinischen Alltag die richtigen Entscheidungen zu treffen.

ANZEIGE

Antikoagulation bei hohem Blutungsrisiko – krebsassoziierte Thrombosen (CAT) richtig managen

Thrombosen verhindern und Blutungen vermeiden – eine patientengerechte Behandlung krebsassoziierter Thrombosen (CAT) erfordert beides. Doch was gibt es bei der individuellen Abwägung zwischen VTE- und Blutungsrisiko zu beachten?  Erfahren Sie im Video, welche klinischen Faktoren das Blutungsrisiko bestimmen, wie diese die Wahl der Antikoagulation beeinflussen und warum aktuelle Leitlinien für viele CAT-Patientenprofile niedermolekulare Heparine als Behandlungsoption empfehlen.

ANZEIGE

Frühstückssymposium: Wenn Antikoagulation auf den Magen schlägt

Antikoagulation und gastrointestinale Blutungen – zwei Seiten einer Medaille und Schwerpunkt des Frankfurter Gerinnungssymposiums. Sehen Sie, wie Prof. Dr. med. Martin Raithel und Prof. Dr. med. Sebastian Krug anhand anschaulicher Fallbeispiele und aktueller Leitlinien die Grenzen der oralen Antikoagulation, insbesondere im Kontext gastrointestinaler Tumorerkrankungen, beleuchten. 

ANZEIGE

Management von Thromboembolien bei Krebspatienten

Die Thromboembolie ist neben Infektionen die zweithäufigste Todesursache bei Krebspatienten. Die Behandlung der CAT (cancer associated thrombosis) ist komplex und orientiert sich am individuellen Patienten. Angesichts einer Vielzahl zur Verfügung stehender medikamentöser Behandlungsoptionen finden Sie hier viele Informationen zur Therapieentscheidung auf Basis von Expertenempfehlungen.

LEO Pharma GmbH
Bildnachweise
Berlin/© amyrxa / stock.adobe.com, Vortrag Renders/© Leo Pharma GmbH, Teaserbild Blutungsrisko managen bei Antikoagulation - Waage/© Leo Pharma GmbH, Vortrag Frankfurter Gerinnungssymposium/© LEO Pharma GmbH (Screenshot aus Vortrag), Thrombus und Patientin im Gespräch/© crevis / adobe.stock.com (Symbolbild mit Fotomodell)