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Über dieses Buch

Fachwissen, das jeder Gutachter benötigt – spezifisch für den älteren Patienten

Altersspezifische Charakteristika sind zu berücksichtigen

· Risikoprofile älterer Patienten

· Typische Erkrankungen im Alter

· Geriatrische Syndrome wie Sturz, Verwirrtheit, Ernährungsstörung

Definitionen und Kriterien der

· Fachgesellschaften

· Begutachtungs-Richtlinien

Geriatrisches Assessment

· Tests und deren Bewertung

Sozialmedizinische Grundlagen für

· Geriatrische Behandlung - stationär, teilstationär, ambulant

· Geriatrische Rehabilitation

· Pflegebedürftigkeit

Fachgerecht entscheidungsrelevante Aspekte angemessen, korrekt und sicher bewerten und berücksichtigen.

Unverzichtbar für alle Ärzte - Geriater, Internisten, Allgemeinmediziner, Neurologen, Chirurgen - die geriatrische Gutachten im Krankenhaussektor, Rehabilitationssektor, für Sozialgerichte und für den ambulanten Bereich erstellen.

Empfohlen
vom Kompetenz-Centrum Geriatrie
in Trägerschaft des GKV-Spitzenverbandes und der MDK-Gemeinschaft

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Was ist Geriatrie?

Zusammenfassung
Geriatrie, die Medizin für den alten betagten Menschen, auch Altersheilkunde genannt, lässt sich als der medizinische Part der Gerontologie, der Wissenschaft vom Altern, beschreiben. Sie blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück: der Wiener Arzt Ignatius Nascher begründete im Jahre 1909 in den USA die moderne Geriatrie (griechisch: Geron = alter Mann, Hiatrikae = Heilkunst). Eines seiner wichtigsten Anliegen war die Erkenntnis, dass Altern weder Krankheit noch Grund zu therapeutischem Nihilismus ist. Er war gerade angesichts der so vielfältigen inter- wie intrapersonellen Facetten des Alterns fasziniert von der Idee eines eigenständigen medizinischen Fachgebiets analog zur Pädiatrie. In immer mehr europäischen Ländern ist die Geriatrie bereits als entwickeltes Fachgebiet in klinischer Versorgung, medizinischer Ausbildung und Wissenschaft etabliert.
Norbert Lübke, Friedemann Ernst, Matthias Meinck

2. Wer ist der geriatrische Patient?

Zusammenfassung
In wohl keinem anderen medizinischen Fachgebiet ist die Definition der Zielgruppe mit vergleichbarer Schwierigkeit verbunden wie in der Geriatrie . Kann in der Pädiatrie das Lebensalter noch weitestgehend als alleiniges Merkmal herangezogen werden, so wird mit Zunahme der durchschnittlichen Lebenserwartung deutlich, dass ein höheres Lebensalter zwar ein zentrales Merkmal geriatrischer Patienten ist, alleine in der Regel aber kein ausreichendes Identifikationsmerkmal darstellt. Auch das Vorliegen mehrerer Erkrankungen ist für sich genommen noch kein ausreichendes Identifikationskriterium. Da Geriatrie wie auch Allgemeinmedizin ein fachübergreifendes Querschnittsfach ist, kann die Zielgruppe geriatriespezifischer Leistungserbringung im Gegensatz zu anderen Fachgebieten zudem auch nicht über bestimmte Krankheiten oder Organsysteme definiert werden.
Friedemann Ernst, Norbert Lübke, Matthias Meinck

3. Was umfasst das geriatrische Behandlungskonzept?

Zusammenfassung
Die medizinische Behandlung und Betreuung betagter geriatrischer Patienten erfordert eine breite diagnostische Aufmerksamkeit durch ein mehrdimensionales geriatrisches Assessment . Die Diagnostik im engeren medizinisch-apparativen Sinne sollte hingegen in besonderem Maße unter der Berücksichtigung therapeutischer Konsequenzen stehen. Das wichtigste diagnostische Kriterium ist die Beurteilung der Funktionsfähigkeit im Sinne der ICF, das übergeordnete therapeutische Ziel der Erhalt von Autonomie. Primär hieran orientiert sich der multiprofessionell erbrachte geriatrische Behandlungsansatz anstelle der in der modernen spezialisierten Medizin üblichen kumulativen Behandlung von Einzeldiagnosen.
Friedemann Ernst, Norbert Lübke, Matthias Meinck

4. Welche sozialmedizinischen Fragen ergeben sich in den geriatrischen Versorgungsangeboten der GKV?

Zusammenfassung
Spezifisch geriatrische Versorgungsstrukturen konzentrieren sich bisher fast ganz auf den Krankenhaus- bzw. den Rehabilitationssektor. Die geriatrische Versorgung im ambulanten Bereich durch hierfür speziell weitergebildete Ärzte ist in Deutschland noch immer die Ausnahme. Die Anzahl niedergelassener Geriater ist in den letzten Jahren nur geringfügig gestiegen und betrug im Jahre 2012 weiterhin deutlich unter 1% (2012: N= 756). In Krankenhäusern existieren spezifisch geriatrische Behandlungsangebote in Form von geriatrischen Fachabteilungen (2012: N = 260) und geriatrischen Tageskliniken (2012: N = 134). Spezifisch geriatrische Behandlungseinrichtungen im Rehabilitationssektor existieren auf den Versorgungsstufen stationär, ambulant und ambulant-mobil.
Friedemann Ernst, Norbert Lübke, Matthias Meinck

5. Geriatrie im Krankenhaus

Zusammenfassung
In Kapitel 4 wurden bereits die Möglichkeiten spezifisch geriatrischer Krankenhausbehandlungen auf den Versorgungsstufen voll- und teilstationär dargestellt. Die Krankenhausinanspruchnahme geriatrischer Patienten erfolgt entweder im Rahmen einer Selbsteinweisung oder durch ärztliche Krankenhauseinweisung. Neben geplanten Behandlungen erfolgen im relevanten Umfang auch Notaufnahmen. Seitens der Leistungserbringer muss hierbei immer die Notwendigkeit des Einsatzes der besonderen Mittel und Einrichtungen eines Krankenhauses überprüft werden. Die Krankenkassen können im Wege der Abrechnungsprüfungen diese Einschätzung der Krankenhausärzte vollumfänglich überprüfen. Diese Abrechnungsprüfungen erfolgen durch die unabhängigen Medizinischen Dienste auf der Grundlage des § 275 SGB V nach Abschluss der Krankenhausbehandlungen.
Friedemann Ernst, Norbert Lübke, Matthias Meinck

6. Geriatrie in Rehabilitationseinrichtungen

Zusammenfassung
In Kapitel 4 wurden bereits die verschiedenen geriatrischen Rehabilitationsmöglichkeiten auf den Versorgungsstufen stationär, ambulant und ambulant-mobil dargestellt. Seitens der Versicherten ist im Vorwege ein Antrag auf medizinische Rehabilitationsleistungen bei der zuständigen Krankenkasse zu stellen, dem ein ärztlicher Befundbericht unter Zugrundelegung eines Behandlungsplans beigefügt werden muss. Der Zugang zur geriatrischen Rehabilitation erfolgt wie bei allen medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen in der GKV erst nach einer Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse. Im Rahmen der gesetzlichen Stichprobenregelung nach § 275 Abs. 2 Satz 1 SGB V ergehen in diesem Zusammenhang Aufträge der Krankenkassen an die Medizinischen Dienste zur Prüfung der medizinischen Voraussetzungen. Anträge auf eine Verlängerung einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme werden hingegen durch die Medizinischen Dienste regelmäßig geprüft.
Friedemann Ernst, Norbert Lübke, Matthias Meinck

7. Welche Bedeutung haben regionale Unterschiede geriatrischer Versorgungsstrukturen für die sozialmedizinische Begutachtung?

Zusammenfassung
Der Aufbau und die leistungsrechtliche Verortung geriatrischer Versorgungsstrukturen erfolgte in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich, teils ganz überwiegend im Rehabilitationssektor mit Versorgungsverträgen nach § 111 SGB V, teils ganz überwiegend im Krankenhaussektor mit Versorgungsverträgen nach § 108/109 SGB V, teils mit unterschiedlichen Anteilen in beiden Sektoren. Hintergrund dieser Entwicklung sind neben unterschiedlichen gesundheitspolitischen Ausrichtungen die beim geriatrischen Patienten nahezu regelhaft fluktuierenden Behandlungsschwerpunkte an der leistungsrechtlichen Schnittstelle zwischen Akut- und Rehabilitationsbehandlung (MDS 2005).
Friedemann Ernst, Norbert Lübke, Matthias Meinck

8. Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Geriatrie und Pflegebedürftigkeit Pflegebedürftigkeit ?

Zusammenfassung
Seit Einführung der Pflegeversicherung (SGB XI) im Jahr 1995 nimmt die Zahl der Pflegebedürftigen aufgrund der demografischen Entwicklung kontinuierlich zu. Ende 2011 erhielten rund 2,5 Mio. Versicherte Leistungen der sozialen Pflegeversicherung. Ganz überwiegend erhalten Versicherte ambulante Leistungen (1,8 Mio. Empfänger ambulanter und 0,7 Mio. Empfänger stationärer Leistungen). Pflegebedürftige sind aufgrund der höheren Lebenserwartung überwiegend Frauen (65 %), allerdings steigt der Anteil der Männer seit Jahren kontinuierlich aber langsam an (Statistisches Bundesamt 2013).
Matthias Meinck, Friedemann Ernst, Norbert Lübke

9. Perspektiven geriatrischer Versorgung

Zusammenfassung
So sehr die Geriatrie ihre Behandlungserfolge für hinreichend belegt hält, so skeptisch wird das Fach - wenngleich aus mutmaßlich unterschiedlichen Gründen - immer noch von Seiten der Kostenträger, der etablierten medizinischen Fachgesellschaften und teilweise sogar von Patienten gesehen. Ist es bei letzteren oft der Wunsch zwar alt werden, aber nicht alt sein zu wollen, zumindest nicht im Sinne kumulierender geriatrischer Risiken, spielt innerhalb der medizinischen Fachdisziplinen die Konkurrenz um die Patienten eine entscheidende Rolle und für die Kostenträger die Frage der Kosteneffizienz - systembedingt in der Regel vornehmlich in Bezug auf ihr sektorales Versorgungssegment.
Norbert Lübke, Friedemann Ernst, Matthias Meinck

Backmatter

In b.Flat Geriatrie pro enthaltene Bücher

In b.Flat Klinik Innere Medizin enthaltene Bücher

In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher

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