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24.01.2018 | Originalien | Ausgabe 10/2018

Der Unfallchirurg 10/2018

Komplikationen nach intramedullärer Stabilisierung von Klavikulafrakturen

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 10/2018
Autoren:
Dr. Alexander Eickhoff, Maximilian Fischer, Florian Gebhard, Christian Ehrnthaller
Wichtige Hinweise

Redaktion

W. Mutschler, München
H. Polzer, München
B. Ockert, München

Zusammenfassung

Hintergrund

Neben der Plattenosteosynthese gilt die Osteosynthese mittels „titanium elastic nail“ (TEN) als mögliche Therapieoption bei operativer Versorgung der Klavikulaschaftfraktur. Obwohl das Verfahren schon seit vielen Jahren bekannt ist, gibt es noch immer viele ungeklärte Fragen, weshalb in dieser Studie Prädiktoren der medialen Drahtwanderung, der bekanntlich häufigsten Komplikation, ermittelt und der Vergleich zur Plattenosteosynthese erstellt wurden.

Material und Methoden

Es erfolgte eine retrospektive Untersuchung aller von 2010 bis 2014 (n = 141) operativ behandelten Klavikulaschaftfrakturen. Die Patientenakten, die Operationsberichte und die Röntgenbilder wurden hinsichtlich des Frakturtyps, der Operationsdauer, der Notwendigkeit der offenen Reposition sowie der Komplikationen ausgewertet, wobei v. a. auf die postoperative Implantatlage und eine evtl. Drahtwanderung geachtet wurde.

Ergebnisse

Die Operationsdauer (39/83 min) sowie die Zeit bis zur Metallentfernung (226/495 Tage) waren nach TEN im Vergleich zur Plattenosteosynthese signifikant (p = 0,00) erniedrigt. Komplikations- (39 %/21,4 %) sowie Reoperationsrate (15 %/7,1 %; p = 0,033) waren nach TEN-Implantation erhöht. Hauptkomplikation war die mediale Drahtwanderung. Als Prädiktoren für eine erhöhte Komplikationsrate nach TEN zeigten sich die offene/geschlossene Reposition (p = 0,021), mehrfragmentäre Frakturen (p = 0,049), Schrägfrakturen (p = 0,08) und TEN-Dicke (33 % bei 2 mm, 0 % bei 3 mm).

Diskussion

Vorteile der intramedullären Stabilisierung sind kürzere Zeiten bezüglich Operation und Metallentfernung. Nach TEN-Osteosynthese kommt es zu einer signifikant erhöhten Komplikationsrate, wobei der Hauptanteil die mediale Drahtwanderung darstellt. Trotzdem können bei Beachtung der Prädiktoren und Verwendung eines großkalibrigen TEN auch Typ-B-/Typ-C-Frakturen erfolgreich versorgt werden.

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