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21.06.2017 | Schwerpunkt: Klinische Obduktionen | Ausgabe 5/2017 Open Access

Der Pathologe 5/2017

Konsequenzen von Autopsiebefunden für die Lebenden

Todesursachenfeststellungen bei der klinischen Diagnose „septisch-toxischer Schock“

Zeitschrift:
Der Pathologe > Ausgabe 5/2017
Autoren:
L. Ozretić, A. Schwindowski, H.-P. Dienes, R. Büttner, U. Drebber, Prof. Dr. J. W. U. Fries
Wichtige Hinweise

Schwerpunktherausgeber

J. Friemann, Lüdenscheid
Die Autoren U. Drebber und J.W.U. Fries haben zu gleichen Teilen zu der Arbeit beigetragen.
Unser Wissen ist ein Tropfen. Was wir
nicht wissen, ist ein Ozean.
Sir Isaac Newton

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Ätiopathogenese des auf dem Totenschein erhobenen klinischen Befunds eines septisch-toxischen Schocks mit Todesfolge ist ohne Autopsie mit histologischer Analyse nicht zu sichern, falls keine klinisch-bakteriologisch/virologischen Befunde über einen bestimmten Erreger vorliegen. In diesen Fällen kann die äußere Leichenschau alleine nicht als Basis für eine sichere Aussage zum Infektionsstatus eines Leichnams herangezogen werden. Auch die innere Leichenschau ist nicht immer zielführend.

Material und Methoden

Es wird anhand mehrerer Fälle mit septisch-toxischem Schock als klinische Todesursache die Validität einer Autopsie in der Sicherung der Todesursache aufgezeigt.

Ergebnisse

Während eine äußere Leichenschau alleine nicht geeignet ist, eine verwertbare Todesursache bei Infektionsverdacht per Totenschein zu attestieren, ergibt nach den jahrzehntelangen Erfahrungen einer Universitätspathologie nur die Autopsie einschließlich histologischer und ggf. ergänzender, bakteriologischer/virologischer Untersuchung verlässliche Aussagen zur Ätiopathogenese. Mögliche Probleme und Diskrepanzen zwischen Klinik und Pathologie werden anhand mehrerer derartiger infektiöser bzw. nicht-infektiöser Fälle erörtert. Das Fallbeispiel eines mit Lassa-Virus infizierten Missionars aus Afrika dient dazu, die Problematik einer klinisch nicht diagnostizierten Infektion bei erfolgter Einbalsamierung darzustellen.

Schlussfolgerung

Zur Vermeidung der Gefährdung mit unbekannten Erregern im Zusammenhang mit fraglich infektbedingten Todesfällen bleibt gegenwärtig nur der umfassende Personenschutz, eine erhöhte Verdachtsbereitschaft bei auffälliger Anamnese bezüglich möglicher übertragbarer Infektionserkrankungen sowie ausreichende Desinfektionsmaßnahmen.

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Literatur
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