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Pseudarthrose nach knöchernem Ausriss des hinteren Kreuzbandes

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Tibiale knöcherne Ausrissfrakturen des hinteren Kreuzbandes (HKB) sind seltene Verletzungen, bei der in Einzelfällen unter konservativer Behandlung eine verzögerte oder ausbleibende Ausheilung beobachtet werden kann.

Ziel der Arbeit

Erfassung der klinischen Ergebnisse von sekundär operativ behandelten Patienten mit einer Pseudarthrose nach knöchernem Ausriss des hinteren Kreuzbandes.

Material und Methoden

Einschluss aller Patienten, die ab 2010 im Rahmen eines unter konservativer Therapie fehlverheilten, knöchernen Ausrisses des HKB operativ versorgt wurden. Es wurden standardisierte Frage- und Nachuntersuchungsbogen (Visuelle Analogskala [VAS], International Knee Documentation Scale [IKDC]-, Lysholm- und Tegner-Score) verwendet und eine Magnetresonanztomographie(MRT)-Verlaufskontrolle des verletzten Knies angefertigt.

Ergebnisse

Identifizierung von 5 Patienten im Alter von 30 bis 63 Jahren (3 männlich, 2 weiblich), mit vornehmlich persistierenden Beugeschmerzen und anhaltender Instabilität unter konservativer Therapie und einer operativen Versorgung im Verlauf.
Die Nachuntersuchung von 4 Patienten erbrachte „gute“ Ergebnisse (IKDC-Gesundheitszustand 81 Punkte/subjektive Beurteilung 76 Punkte) nach minimal-invasiver, direkter Verschraubung bei knöcherner Durchbauung, jedoch verblieb eine geringe dorsale Restinstabilität.

Diskussion

Die sekundäre operative Versorgung von fehlverheilten knöchernen HKB-Verletzungen führt zu guten klinischen Ergebnissen. Aufgrund der nachweisbaren Restinstabilität sollte die Indikation zur primären Osteosynthese in der Akutphase großzügiger gestellt werden. Studien mit größerer Fallzahl müssten dies noch untermauern.

Fazit

Die Indikation zur MRT-Diagnostik sollte großzügig gestellt werden. Rauchen scheint mit einem erhöhten Pseudarthroserisiko verbunden zu sein. Mit der minimal-invasiven dorsalen Verschraubung lassen sich auch zeitverzögert gute Ergebnisse erreichen.
Titel
Pseudarthrose nach knöchernem Ausriss des hinteren Kreuzbandes
Verfasst von
Dr. Julius Dehoust
Dr. Moritz Broja
Dr. Carolin Mull
Prof. Dr. Karl-Heinz Frosch
Publikationsdatum
20.11.2018
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Unfallchirurgie / Ausgabe 10/2019
Print ISSN: 2731-7021
Elektronische ISSN: 2731-703X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00113-018-0579-3
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