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01.09.2009 | Schmerztherapie | Ausgabe 9/2009

Der Anaesthesist 9/2009

Konzepte zur perioperativen Schmerztherapie

Eine kritische Bestandsaufnahme

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 9/2009
Autoren:
S. Reichl, Prof. Dr. E. Pogatzki-Zahn

Zusammenfassung

Die postoperative Schmerztherapie ist trotz vieler Initiativen zur Verbesserung, Erstellung von Leitlinien und zahlreicher Publikationen immer noch deutlich verbesserungswürdig. Ein Grund für die weiterhin bestehende Unzulänglichkeit in der Versorgung von Patienten mit postoperativen Schmerzen ist u. a. das Fehlen der Umsetzung bzw. der Umsetzbarkeit von Leitlinien im klinischen Alltag. Von vielen Seiten wird deshalb gefordert, dass „einfache“, aber effektive und gut in den klinischen Alltag zu implementierende Konzepte entwickelt und dem Kliniker zur Verfügung gestellt werden. In der folgenden Übersicht sollen einzelne dieser in den letzten Jahren entwickelten Konzepte vorgestellt und hinsichtlich ihrer Effektivität geprüft werden. Hierzu gehört u. a. das wahrscheinlich perioperativ am häufigsten angewendete Therapiekonzept, die balanzierte Analgesie. Die Idee dieses Konzeptes ist es, die Dosierung, insbesondere von Opioiden, durch eine Kombination unterschiedlich wirkender Analgetika zu reduzieren und damit die Nebenwirkungen der Opioide zu senken. Diese Übersicht wird sich anhand der aktuellen Studienlage und unter Einbezug wesentlicher Metaanalysen zu diesem Thema kritisch mit den gestellten Zielen einer balanzierten Analgesie auseinandersetzen und neue Aspekte für den täglichen Umgang aufführen. Als weiteres Konzept wird die sog. prozedurenspezifische Analgesie, die auch ein wesentlicher Bestandteil der im letzten Jahr erschienenen S3-Leitlinien ist, vorgestellt und diskutiert. Die kritische Begutachtung der verfügbaren Empfehlungen soll zusammen mit der Vorstellung relativ einfacher, aber evidenzbasierter Algorithmen dazu beitragen, dieses Konzept im klinischen Alltag umsetzbar zu machen.

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