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21.08.2020 | Kopf-Hals-Tumoren | Topic | Ausgabe 9/2020

best practice onkologie 9/2020

Deeskalation der multimodalen Therapie von Kopf-Hals-Karzinomen

Ein onkologisch sinnvolles Vorgehen?

Zeitschrift:
best practice onkologie > Ausgabe 9/2020
Autoren:
A. Rühle, A. Knopf, Prof. Dr. Dr. N. H. Nicolay
Wichtige Hinweise

Redaktion

R. Sauer, Erlangen

Zusammenfassung

Hintergrund

Plattenepithelkarzinome im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC) stellen aufgrund der unzureichenden Überlebensraten und der Häufigkeit höhergradiger therapiebedingter Toxizitäten eine therapeutische Herausforderung dar. Patienten mit HPV-assoziierten (HPV: humanes Papillomavirus) Oropharynxkarzinomen (OSCC) haben jedoch eine deutlich bessere Prognose und leiden oft dauerhaft unter therapiebedingten Nebenwirkungen. In einer Vielzahl klinischer Studien werden daher Deeskalationsstrategien untersucht, um therapiebedingte Toxizitäten zu vermindern, ohne die Prognose zu verschlechtern.

Ziel der Arbeit

Die wissenschaftliche Evidenz zu obigem Themenkomplex sollte dargestellt werden.

Material und Methoden

Es erfolgte eine Literatursuche publizierter sowie aktuell laufender Studien.

Ergebnisse

Die häufigsten Deeskalationskonzepte umfassen eine Reduktion der Strahlentherapiedosis oder den Verzicht auf bzw. die Modifikation der begleitenden Chemotherapie. Zur Auswahl geeigneter Patienten wird in einigen dieser Studien eine Induktionschemotherapie vorgeschaltet. Der Verzicht auf die adjuvante Bestrahlung des zervikalen Lymphabflusswegs bei pathologisch tumorfreien Lymphabflusswegen oder die Modifikation der Cisplatintherapie sind weitere Deeskalationsansätze unabhängig vom HPV-Status. Zwei Phase-3-Studien zur Deeskalation zeigten, dass die cetuximabbasierte Radioimmuntherapie zu schlechteren onkologischen Ergebnissen führt als die cisplatinbasierte Radiochemotherapie.

Diskussion

Es sollte beachtet werden, dass die in der Vergangenheit erzielten exzellenten Ergebnisse bei HPV-positiven OSCC auf die Standardtherapien zurückgingen und derzeit aufgrund fehlender positiver Phase-3-Studien eine Therapiedeeskalation für HPV-positive OSCC außerhalb klinischer Studien nicht erfolgen sollte.

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Literatur
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