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01.06.2014 | Originalien | Ausgabe 6/2014

Der Ophthalmologe 6/2014

Korrelation zwischen mikrobiellem Wachstum in Bindehautabstrichen von Hornhautspendern und Kontamination des Organkulturmediums

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 6/2014
Autoren:
S. Li, M. Bischoff, F. Schirra, A. Langenbucher, M. Ong, A. Halfmann, M. Herrmann, B. Seitz

Zusammenfassung

Ziele

Ziel war der Nachweis von Mikroorganismen in Bindehautabstrichen von Hornhautspendern und die Korrelation zwischen positivem Bindehautabstrich vor Desinfektion am Spender und Kontamination des Organkulturmediums.

Patienten und Methoden

Das mikrobielle Wachstum in Bindehautabstrichen und Kulturmedien wurde retrospektiv für die Jahre 2009, 2010 und 2011 in der LIONS-Hornhautbank Saar-Lor-Lux Trier/Westpfalz des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) analysiert. Die Gesamtanzahl der Bindehautabstriche betrug 316 im Jahr 2009, 341 im Jahr 2010 und 381 im Jahr 2011. Der Bindehautabstrich wurde jeweils vor Desinfektion mit PVP-Jod durchgeführt. In allen Fällen erfolgte eine In-situ-Korneoskleralkomplexentnahme. Insbesondere wurde der Zusammenhang zwischen einem mikrobiellen Nachweis im Bindehautabstrich und einer mikrobiellen Kontamination des Kulturmediums untersucht.

Ergebnisse

In allen 3 Jahren war die mikrobielle Kontaminationsrate des Mediums signifikant höher, wenn die Bindehaut nachweislich mikrobiell besiedelt war (p < 0,05 in 2009, p < 0,001 in 2010, p = 0,004 in 2011). In 38,3 % (2009), 53,7 % (2010) bzw. 55,6 % (2011) erbrachten die Bindehautabstriche einen Nachweis von Mikroorganismen. Als Hauptkeime in den Bindehautabstrichen wurden koagulasenegative Staphylokokken, gramnegative Stäbchen und Staphylococcus aureus nachgewiesen. Nach der Abnahme der Bindehautabstriche erfolgte vor der Entnahme der Korneoskleralkomplexe eine desinfizierende Spülung der Bindehaut mit 1,25 %igem PVP-Jod. Die Desinfektionszeit betrug im Jahr 2009 3 min pro Auge, ab 2010 wurde sie auf 5 min pro Auge verlängert. Hierdurch ließ sich eine statistisch hoch signifikante (p < 0,001) Senkung der mikrobiellen Kontaminationshäufigkeit des Mediums von 10,8 % (2009) auf 7,0 % (2010) bzw. 4,5 % (2011) erreichen. Im Jahr 2009/2010/2011 wurde das Kulturmedium der Spenderhornhaut in 16,5/11,5/7,6 % bei positivem Bindhautabstrich und in 7,2/1,9/0,6 % bei negativem Bindehautabstrich mikrobiell kontaminiert.

Schlussfolgerungen

Es lässt sich eine positive Korrelation zwischen der mikrobiellen Kontamination von Hornhautkulturmedien und der mikrobiellen Besiedlung der Bindehäute von Hornhautspendern herstellen, auch wenn die mikrobielle Besiedlung der Bindehäute von Hornhautspendern mit Hautkeimen hoch und die mikrobielle Kontamination des Mediums gering ist. Weiterhin scheinen für die mikrobielle Kontaminationsrate der Spenderhornhäute im Medium die Desinfektionszeit der Bindehaut vor der Hornhautentnahme mit Jodlösung und die antibiotischen Zusätze im Kulturmedium eine protektive Rolle zu spielen.

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