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Erschienen in: Der Gynäkologe 4/2014

01.04.2014 | Gynäkologie aktuell

Kosten- und leistungsgerechte Abbildung von Gynäkologie und Geburtshilfe

Anpassungsvorschläge zum German-Diagnosis-Related-Groups-System

verfasst von: PD Dr. S.P. Renner, MBA, T. Hildebrandt, W. Fiori, K. Friese, D. Wallwiener, M.W. Beckmann

Erschienen in: Die Gynäkologie | Ausgabe 4/2014

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Zusammenfassung

Hintergrund

Die Abrechnung stationärer Fälle in Deutschland erfolgt über das „German-Diagnosis-Related-Groups“(G-DRG)-System, das jährlich entsprechend den Veränderungen der Kosten und der Leistungserbringung angepasst wird. Dabei werden durch das DRG-Institut (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus, InEK) der Selbstverwaltungspartner Daten der Leistungserbringer ausgewertet. Das InEK ist damit beauftragt, jährlich die DRG-Kalkulation entsprechend den vorliegenden Daten vorzunehmen und das System weiterzuentwickeln. Die Mitarbeit der Leistungserbringer ist hierzu unerlässliche Voraussetzung.

Ziel

Im Rahmen eines DRG-Evaluationsprojekts des Jahres 2012 hat es sich die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zur Aufgabe gemacht, für eine größere Verteilungsgerechtigkeit im Fach Gynäkologie und Geburtshilfe zu sorgen.

Material und Methode

Im Auftrag der DGGG wurden von Februar 2012 bis Juli 2012 gynäkologische Abteilungen deutscher Kliniken mit der Frage zur Bereitschaft an der Teilnahme an diesem Projekt angeschrieben. Neben einer finanziellen Beteiligung ging es um die Frage der Lieferung von Kosten- und Leistungsdaten aus 2011. Die gelieferten Kosten- und Leistungsdaten sollten den Daten entsprechen, die die Krankenhäuser auch dem InEK zur Verfügung gestellt hatten. Im Rahmen der Auswertung der ermittelten Daten wurden Unterfinanzierungen im DRG-System aufgedeckt, aber auch überproportional vergütete DRG identifiziert und entsprechende Vorschläge an das InEK zur gerechteren Umverteilung erarbeitet. Zusätzlich waren Veränderungen von Codes des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) und International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD) erforderlich, um die Fallschwere und Zuordnung der Fälle zu bestimmten DRG besser abbilden zu können.

Ergebnis

Die erarbeiteten Vorschläge wurden an das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) übermittelt. Über die Umsetzung der Anpassungsvorschläge zum G-DRG-System hat das InEK im September 2013 entschieden. Dabei ist ein Großteil der Vorschläge komplett oder in modifizierter Form aufgenommen worden. Das Fachgebiet hat sowohl durch eine gerechtere Verteilung als auch im Sinne von Mehrerlösen deutlich profitiert. Weitere, sich teils aus der Umsetzung ergebenden Vorschläge bzw. aufgrund der Kürze der Zeit nicht bearbeiteten Anregungen werden im nächsten Jahr von der DGGG erneut eingereicht.

Schlussfolgerung

Der finanzielle Druck der gynäkologisch/geburtshilflichen Kliniken wird sich durch die Weiterentwicklung des DRG-Systems nicht reduzieren lassen.
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Metadaten
Titel
Kosten- und leistungsgerechte Abbildung von Gynäkologie und Geburtshilfe
Anpassungsvorschläge zum German-Diagnosis-Related-Groups-System
verfasst von
PD Dr. S.P. Renner, MBA
T. Hildebrandt
W. Fiori
K. Friese
D. Wallwiener
M.W. Beckmann
Publikationsdatum
01.04.2014
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Die Gynäkologie / Ausgabe 4/2014
Print ISSN: 2731-7102
Elektronische ISSN: 2731-7110
DOI
https://doi.org/10.1007/s00129-014-3338-8

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