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01.10.2008 | Originalien | Ausgabe 10/2008

Der Ophthalmologe 10/2008

Kostenkalkulation für die Behandlung von offenen Augenverletzungen in der DRG C01Z an einer Universitäts-Augenklinik

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 10/2008
Autoren:
FEBO, MHM® PD Dr. C. Framme, D. Franz, S. Mrosek, H. Helbig, H.G. Sachs

Abstract

Hintergrund

Seit 2004 wird die Krankenhausbehandlung offener Augenverletzungen in der DRG C01Z als Fallpauschale abgerechnet. Da das Ausmaß der Behandlungsmaßnahmen allerdings signifikant vom sehr heterogenen Verletzungsmuster abhängt, werden in dieser DRG ökonomisch sehr unterschiedliche Fälle zusammengefasst. Ziel dieser Arbeit war daher die Überprüfung der Kostendeckung für die operative Behandlung von offenen Augenverletzungen an einer Universitäts-Augenklinik.

Material und Methoden

Die Leistungsdaten für die DRG C01Z wurden für die Jahre 2005 und 2006 über die E1-Bögen nach §21 KHEntG zusammengefasst. Die Behandlungskosten wurden über die Berechnung der OP-Fixkosten, der variablen OP-Kosten inklusive Personal und Material und der stationären Kosten auf eine durchschnittliche OP heruntergebrochen.

Ergebnisse

Im Untersuchungszeitraum wurden 180 offene Augenverletzungen von insgesamt 4721 stationären Operationen behandelt. In 80 Fällen wurde eine Hornhaut-/Skleranaht (+Phako/IOL; n=10); (mittlere OP-Zeit: 67,81 min) durchgeführt. In 100 Fällen wurde eine Pars-plana-Vitrektomie (ppV) mit entsprechenden adjuvanten Maßnahmen (mittlere OP-Zeit: 124,69 min) benötigt. Der OP-Fixkostenanteil pro OP belief sich auf 130,60 EUR; die variablen Kosten inklusive Personal und Material variierten zwischen durchschnittlich 570 EUR (Hornhaut-/Skleranaht ± 250 EUR für Phako und IOL; n=10) und 1230 EUR für die ppV. Kostenträchtige Adjuvanzien wie die Benutzung von Cerclage, Perfluorocarbonen, Gas und Silikonöl sowie die kombinierte Phako ± IOL verursachten zusätzliche Kosten zwischen 51 und 250 EUR pro Zusatz (durchschnittlich 182 EUR) wobei mindestens zwei dieser Zusätze bei 50% und mindestens ein Zusatz bei 90% der ppVs benutzt wurde. Die stationären Kosten beliefen sich bei einer mittleren Verweildauer von ca. 8 Tagen pro Fall auf 2184 EUR (Tagessatz 273 EUR). Die durchschnittlichen Gesamtkosten eines Falles differierten maßgeblich für die reine Naht-OP (2662 EUR, mittlere Verweildauer: 7,06 Tage) und ppVs (3712 EUR; mittlere Verweildauer: 8,62 Tage). Zusätzliche nicht gedeckte Kosten entstanden bei 20 Fallzusammenführungen (11,1%) für Reoperationen während des stationären Aufenthaltes.

Schlussfolgerung

Die C01Z wurde im Erhebungszeitraum mit durchschnittlich 3205,96 EUR bei einem Relativgewicht von 1,177 und einer Baserate von 2723,79 EUR in Bayern vergütet. Damit sind die ppVs deutlich unterbezahlt und die reine Versorgung durch Naht ist deutlich überbezahlt. Aufgrund der Inhomogenität befürworten wir einen Split der C01Z für penetrierende Augenverletzungen.

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