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21.08.2018 | Leitthema

Krankheitskosten und Outcome: Versorgungsrealität des Status epilepticus

Zeitschrift:
Zeitschrift für Epileptologie
Autoren:
MHBA Dr. med. Laurent M. Willems, Lara Kay, Felix Rosenow, Adam Strzelczyk
Wichtige Hinweise
Laurent M. Willems und Lara Kay haben zu gleichen Teilen beigetragen.

Zusammenfassung

Hintergrund

In einem zunehmend ökonomisch ausgerichteten Gesundheitssystem gewinnt die Erfassung, Aufarbeitung und Analyse von krankheitsspezifischen Kosten zunehmend an Relevanz. Insbesondere chronische Erkrankungen wie die Epilepsie stehen hierbei aufgrund hoher direkter und indirekter Krankheitskosten im Fokus des Interesses. Der Status epilepticus (SE) ist eine lebensbedrohliche und akut behandlungsbedürftige Entität, welche zusätzliche Kosten generiert, die in den meisten Krankheitskostenstudien nicht adäquat berücksichtigt werden.

Fragestellung

Die systematische Aufarbeitung krankheitsspezifischer Kosten sowie der Mortalität des SE im nationalen und internationalen Vergleich.

Material und Methode

Es erfolgte eine kombinierte systematische Literaturrecherche in elektronischen Datenbanken via PubMed-Gateway im Juni 2018.

Ergebnisse

Es konnten drei Krankheitskostenstudien zu SE in Deutschland identifiziert werden. Die medianen direkten Kosten betrugen bei einer mittleren Verweildauer von ca. 1 bis 2 Wochen ca. 4000–15.000 € pro Aufenthalt. Die Krankenhausmortalität betrug ca. 10–15 %. Hierbei fielen für Patienten mit nicht refraktärem SE (NSE) im Mittel Kosten von 4500–5500 € an (Mortalität 10 %, Verweildauer 8 Tage), für refraktäre SE (RSE) Aufwendungen von 4500–13.500 € (Mortalität 15 %, Verweildauer 14 Tage) und für super-RSE (SRSE) Ausgaben in Höhe von 33.000–50.500 € (Mortalität 40 %, Verweildauer 37 Tage). Diese Ergebnisse sind analog zu anderen Krankheitskostenstudien aus Australien, Indien und den USA.

Schlussfolgerung

Der SE stellt sowohl aus gesundheitsökonomischen als auch aus versorgungsmedizinischen Aspekten eine relevante Krankheitsmanifestation dar. Weitere Studien zur Erfassung von Inzidenz, Mortalität und Kosten werden insbesondere in Anbetracht der wachsenden Anzahl an Behandlungsoptionen dringend benötigt.

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