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Die Orthopädie

KI-basierte Arztbriefe – Zukunft oder Gefahr?

Arbeitskreis Künstliche Intelligenz der AG Digitalisierung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Künstliche-Intelligenz(KI)-gestützte Systeme zur Arztbrieferstellung versprechen eine deutliche Reduktion ärztlicher Dokumentationszeit.

Ziel

Ziel dieser Arbeit ist die Kartierung des deutschsprachigen Marktes, Funktionsvergleich und Bewertung von Praxistauglichkeit, Datensicherheit und Kosten.

Methodik

Es wurde eine strukturierte Marktanalyse (01–03/2025) mit 14 kontaktierten Herstellern durchgeführt. Vier Fragebögen und vier Live-Demos wurden anhand einer Matrix mit 26 Merkmalen ausgewertet.

Ergebnisse

Die Rücklaufquote betrug 28 %. Voll-Stack-Lösungen (Atacama, Fraunhofer) decken 65 % bzw. 38 % der Features ab und generieren nahezu vollständige Briefe, erfordern jedoch eine manuelle Endkontrolle. Basis-Transkriptionstools (Grundig) liefern nur Rohtext. Keine Lösung bietet automatische ICD/OPS-Kodierung oder Therapieempfehlungen. Die Kosten reichen von 49 € pro Nutzer:in/Monat bis zu sechsstelligen Implementierungsbudgets.

Schlussfolgerung

KI-Arztbriefe sind technisch machbar, scheitern aber derzeit an Interoperabilität, Vergütungslücke und regulatorischer Unsicherheit. Pilotprojekte mit klaren KPI und Datenschutz-By-Design sind der nächste Schritt.
Titel
KI-basierte Arztbriefe – Zukunft oder Gefahr?
Arbeitskreis Künstliche Intelligenz der AG Digitalisierung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie
Verfasst von
Christoph Vogel
David Baur
Moritz Künzel
Stefano Pagano
Yasmin Youssef
Georg Osterhoff
Arbeitskreis Künstliche Intelligenz der AG Digitalisierung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie
Publikationsdatum
23.12.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Orthopädie / Ausgabe 2/2026
Print ISSN: 2731-7145
Elektronische ISSN: 2731-7153
DOI
https://doi.org/10.1007/s00132-025-04749-x
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