Zum Inhalt
Die Onkologie

Künstliche Intelligenz und Karzinogenese

Von KI-gestützter Krebsfrüherkennung hin zu hypothesengenerierenden KI-Agenten

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

In den letzten Jahren hat sich künstliche Intelligenz (KI) als neues Instrument in der Onkologie etabliert, welches die Erkennung (prä)neoplastischer Läsionen und die Erforschung der Tumorentstehung unterstützen kann. Gerade im Bereich der Identifikation und Charakterisierung früher Krebsformen, der molekularen Subtypisierung und einer automatisierten Hypothesengenerierung aus großen, multimodalen Datensätzen eröffnen moderne KI-Verfahren neue Perspektiven.

Material und Methoden

Die vorliegende orientierende Übersichtsarbeit basiert auf einer selektiven Literaturrecherche in PubMed zu aktuellen Entwicklungen im Einsatz von KI für die Krebsfrüherkennung, Karzinogenese und Forschung. Dazu wurden die Begriffe „AI early cancer detection/screening“, „AI tumor biomarker“, „AI carcinogenesis“ und „AI hypothesis generation oncology“ verwendet und insbesondere aktuelle Studien aus den Jahren 2022–2025 betrachtet.

Ergebnisse

Die repräsentative Sichtung zeigt eine Vielzahl von aktuellen und zukünftigen KI-Ansätzen auf, z. B. zum Einsatz in der Krebsfrüherkennung. Parallel werden multimodale KI-Ansätze, serummarkerbasiertes Tumorscreening sowie Foundation-Modelle für Histopathologie und Multi-Omics-Datenbestände intensiv erforscht. Fortschritte bei KI-Agenten und hypothesengenerierender KI werden ebenfalls adressiert.

Schlussfolgerung

KI verbessert bereits heute die onkologische Routinediagnostik und kann die Methodenvielfalt der Prävention und Früherkennung erweitern. KI-Systeme können darüber hinaus in Verbindung mit klinischen, histopathologischen und molekularen Daten die Präzisionsmedizin vorantreiben. Gleichzeitig müssen Limitationen wie die Generalisierbarkeit und Sicherheit der Modelle fortlaufend adressiert werden, bevor eine breite klinische Anwendung erfolgen kann.
Titel
Künstliche Intelligenz und Karzinogenese
Von KI-gestützter Krebsfrüherkennung hin zu hypothesengenerierenden KI-Agenten
Verfasst von
Stefan Schulz, M.Sc.
PD Dr. med. Sebastian Foersch
Publikationsdatum
14.01.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Onkologie / Ausgabe 2/2026
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234
DOI
https://doi.org/10.1007/s00761-025-01888-w
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu im Fachgebiet Onkologie

HRT nach Oophorektomie auch bei BRCA-Varianten sicher?

Eine Hormonersatztherapie (HRT) nach einer risikoreduzierenden bilateralen Salpingo-Oophorektomie geht bei pathogenen BRCA-Varianten nicht mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko einher. Allerdings sind die statistischen Unsicherheiten der Studie sehr groß.

Künstliche intelligente Melanomdiagnostik – „Niveau von Dermatologen erreicht“

Verfahren der artifiziellen Intelligenz für die Mustererkennung wecken auch in der Dermatologie hohe Erwartungen. Dass sich die künstlichen im Vergleich zu menschlichen Dermatologen in der Melanomdiagnostik achtbar schlagen, hat eine Metaanalyse gezeigt.

Typ 2 Diabetes verschlechtert Prognose von Männern mit frühem Melanom

Bei Patientinnen und Patienten mit Melanom und gleichzeitigem Typ-2-Diabetes zeigen sich deutliche Unterschiede im Krankheitsverlauf zwischen den Geschlechtern. Eine dänische Registeranalyse untersuchte erstmals geschlechts- und stadiumsspezifische Risiken für Rezidiv und Mortalität.

NMIBC: Wie häufig sind Rückfälle nach fünfjähriger Rezidivfreiheit?

Eine dänische Registerstudie analysierte über einen Zeitraum von 14 Jahren das Risiko für Rezidive und Progressionen bei nicht muskelinvasiven Harnblasenkarzinomen (NMIBC) sowie das Langzeitrisiko nach einer fünfjährigen rezidivfreien Phase. Die Ergebnisse liefern wichtige Anhaltspunkte für die Optimierung von Nachsorgestrategien.

Update Onkologie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Ältere Dame hält Tabletten und Packungsbeilage in den Händen/© Vladimir Vladimirov / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)