Skip to main content
main-content

Blättern

durch die Artikel

01.12.2016 | Sonderheft 6/2016

MMW - Fortschritte der Medizin 6/2016

Langzeit-HRV-Analyse zeigt Stressreduktion durch Magnesiumzufuhr

Zeitschrift:
MMW - Fortschritte der Medizin > Sonderheft 6/2016
Autoren:
Prof. Dr. Elmar Wienecke, Claudia Nolden
Zusammenfassung
Hintergrund
Psychische Belastungen und Stress stellen eine immer größer werdende gesellschaftspolitische Herausforderung dar. Die Herzratenvariabilität(HRV)-Messung, die ihren Ursprung in der kardialen Funktionsdiagnostik hat, gibt Aufschluss über die neurovegetative Aktivität. Eine geringe HRV ist Ausdruck für ein Ungleichgewicht der sympathischen und parasympathischen Efferenzen und damit ein Hinweis auf eine Stressbelastung.
Methode
Es wurde eine randomisierte, kontrollierte, zweiarmige Parallelstudie mit 100 Probanden und einem Studienzeitraum von 90 Tagen durchgeführt. Hauptuntersuchungsgegenstand war, inwieweit der Mineralstoff Magnesium, der als natürlicher Kalziumantagonist ebenfalls einen hohen Stellenwert in der Kardiologie hat, in Kombination mit einem Kraftausdauertraining die sympathovagale Balance beeinflussen kann. Als zusätzlicher Parameter wurde der Effekt auf die intrazelluläre Magnesiumkonzentration untersucht.
Ergebnisse
In der Gruppe, die täglich 400 mg Magnesium supplementierte, verbesserten sich die HRV-Parameter deutlich: Der pNN50 — ein Indikator für die Höhe der Parasympathikusaktivität — stieg an. Die LF-HF-Ratio sowie der Stressindex — niedrige Werte bedeuten jeweils eine gute Balance des vegetativen Nervensystems — sanken. Die Probanden der Kontrollgruppe zeigten keine positiven Veränderungen der HRV- Parameter. Die Vagusaktivität und damit die Anpassungs- und Regenerationsfähigkeit des Körpers nahmen nachweisbar durch die Magnesiumsubstitution zu. Eine Wirkung auf die intrazelluläre Magnesiumkonzentration konnte in der Studie nicht gezeigt werden.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse dieser Studie weisen darauf hin, dass Menschen mit psychischen und körperlichen Stressbelastungen von einer täglichen Magnesiumzufuhr profitieren können. Diese führt nicht nur zu einer verbesserten physiologischen Regulation der sympathischen und parasympathischen Efferenzen, sondern kann einem Magnesiummangel und damit weiteren Folgeerscheinungen und -erkrankungen wie beispielsweise Unruhezuständen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen oder Depressionen vorbeugen.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Literatur
Über diesen Artikel

Neu im Fachgebiet Allgemeinmedizin

Mail Icon II Newsletter

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter Update Allgemeinmedizin und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.