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01.08.2011 | Originalien | Ausgabe 8/2011

Der Nervenarzt 8/2011

Langzeitprognose bei primär myelitischer Manifestation der FSME

Eine Verlaufsanalyse über 10 Jahre

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 8/2011
Autor:
R. Kaiser

Zusammenfassung

Fragestellung

Zur Beurteilung der Langzeitprognose der myelitischen Verlaufsform der Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) fehlen verlässliche Daten. Ziel der Studie war es, den klinischen Verlauf dieser Manifestationsvariante über einen Zeitraum von 10 Jahren zu untersuchen.

Methode

Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden in Baden-Württemberg zwischen 1994 und 1999 insgesamt 731 Patienten mit einer FSME erfasst. Von ihnen erkrankten 81 an einer Enzephalomyelitis. Der Bitte um Teilnahme an einer weiteren prospektiven Beobachtung der Erkrankung stimmten 57 Patienten zu. Die individuelle Beeinträchtigung der Patienten wurde als Defizitsumme berechnet, wobei jede einzelne Funktionsstörung oder Parese der Hirnnerven und Extremitäten berücksichtigt wurde. Die Patienten wurden nach 1, 3, 5 und 10 Jahren nachuntersucht.

Ergebnisse

Nur 11 der 57 Patienten (19%) erholten sich vollständig von der FSME, 29 behielten lang anhaltende Funktionsstörungen (51%) und 17 Patienten (30%) starben innerhalb von 1 bis 10 Jahren an den Folgen der FSME. Während im 1. Jahr signifikante Verbesserungen von Funktionsstörungen dokumentiert wurden, nahmen deren Ausmaß und Anzahl bei den weiteren Verlaufsuntersuchungen deutlich ab. Der klinische Befund nach 5 Jahren zeigte eine gute Korrelation zur anfänglichen Defizitsumme (r=0,8, p<0,01), sodass der anfängliche Status eine gute Einschätzung der weiteren Prognose erlaubt. Eine günstige Rückbildungstendenz zeigten die Ataxie, Augenmuskelparesen sowie leichte Extremitätenparesen (4/5). Die ungünstigste Prognose hatten Patienten mit einer schweren Tetraparese in Assoziation mit einer Atemlähmung und/oder kaudalen Hirnnervenparesen.

Fazit

Von allen Verlaufsformen der FSME hat die Enzephalomyelitis mit einer Letalität von 30% und einer Defizitrate von 51% die schlechteste Langzeitprognose. Ein Korrelat für diese klinische Beobachtung findet sich nicht immer in den MRT-Untersuchungen, jedoch in den Obduktionsstudien, in denen ein hoher Anteil lytisch zerstörter Nervenzellen in den entsprechenden Hirnregionen beschrieben wurde.

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