Zum Inhalt
Die Pathologie

Morphomolekulare Subtypisierung hepatozellulärer Adenome

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hepatozelluläre Adenome (HCA) sind seltene benigne hepatozelluläre Neoplasien, die typischerweise in einer nichtzirrhotischen Leber bei jungen Frauen unter Kontrazeptivaeinnahme oder bei metabolischer Lebererkrankung vorkommen. HCAs können radiologisch und bioptisch subtypisiert, ggf. im Verlauf unter Absetzen von Kontrazeptiva beobachtet und bei erhöhtem malignem Transformationsrisiko oder einer HCA-Größe über 5 cm operiert werden.
Histologisch handelt es sich um eine gut differenzierte hepatozelluläre Neoplasie, bei der, im Gegensatz zur Fokalen Nodulären Hyperplasie (FNH), portalfeldartige Strukturen fehlen. Es existieren mehrere prognostisch relevante morphomolekulare HCA-Subtypen. HNF1A-inaktivierte HCA weisen oft eine prominente Steatose und immunhistochemisch einen Verlust von L‑FABP auf. Inflammatorische HCA (IHCA) sind morphologisch durch ein prominentes Entzündungsinfiltrat und eine fokale Ektasie der Sinusoide charakterisiert und zeigen eine positive Immunreaktion für Serum-Amyloid A und CRP. Beta-Catenin-aktivierte HCA mit CTNNB1-Mutation in Exon 3 kommen im Gegensatz zu anderen HCA häufiger bei Männern (z. B. nach Einnahme anaboler Steroide) vor und tragen im Vergleich zu HCA mit CTNNB1-Exon-7- und CTNNB1-Exon-8-Mutationen ein deutlich erhöhtes Risiko der Transformation in ein Hepatozelluläres Karzinom (HCC). CTNNB1-Mutationen können zusätzlich in IHCA auftreten (b-IHCA). Sonic-Hedgehog-aktivierte HCA exprimieren ASS1 und weisen ein hohes Ruptur- und Blutungsrisiko auf.
Differentialdiagnostisch ist die Abgrenzung zur FNH, die ein klinisch ähnliches Spektrum abdeckt, sowie zu hochdifferenzierten HCCs, die häufiger bei Männern, bei fortgeschrittenem Patientenalter und auf dem Boden einer chronischen Lebererkrankung auftreten, bedeutsam.
Titel
Morphomolekulare Subtypisierung hepatozellulärer Adenome
Verfasst von
Prof. Dr. Beate K. Straub
Lukas Müller
Diane S. Duret
Marcell Tóth
Jens Mittler
Peter Schirmacher
Publikationsdatum
05.06.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Pathologie / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 2731-7188
Elektronische ISSN: 2731-7196
DOI
https://doi.org/10.1007/s00292-025-01444-8
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Passend zum Thema

Kongressdossier zum Deutschen Krebskongress 2026

18. - 21. Februar 2026 | Berlin
Auf dieser Seite werden wir Sie mit tagesaktuellen Berichten vom Deutschen Krebskongress auf dem Laufenden halten. Vor dem Start des Kongresses finden Sie hier zudem Ausblicke auf spannende Themen, die vor Ort diskutiert werden. Expertinnen und Experten erzählen, auf welche DKK-Sessions sie sich besonders freuen.

Bildnachweise
Berlin/© amyrxa / stock.adobe.com