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30.08.2014 | neues aus der forschung | Ausgabe 5/2014

InFo Onkologie 5/2014

Leitlinie für Analkrebs vorgelegt

Drei Gesellschaften – eine Empfehlung

Zeitschrift:
InFo Onkologie > Ausgabe 5/2014
Autor:
Robert Bublak
Seit Juli 2014 liegen gemeinsame Leitlinien für die klinische Praxis bei analen Plattenepithelkarzinomen von der European Society for Medical Oncology, der European Society of Surgical Oncology und der European Society of Radiotherapy and Oncology vor. Zusammenfassen lassen sich die Vorgaben in neun Punkten:
1.
Patienten mit Analkrebs sollten von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachbeobachtung von einem erfahrenen, spezialisierten und multidisziplinären Team betreut werden.
 
2.
Primäres Therapieziel ist die lokoregionale Tumorkontrolle bei guter Lebensqualität, wobei es die Anlage eines permanenten Stomas zu vermeiden gilt.
 
3.
Für Tumoren des Analkanals in den Stadien ≥ 2 gilt die Radiochemotherapie als Therapiestandard. Die Energiedosis beträgt dabei mindestens 45 Gy, als Chemotherapeutika sind Fluorouracil (5-FU) und Mitomycin C (MMC) einzusetzen. Die Patienten können eine Boosterdosis von 15–20 Gy erhalten, besonders wenn die Chemotherapie nicht gefahrlos zu verabreichen ist. Die optimale Gesamtdosis ist nicht bekannt.
 
4.
Patienten, die kleinere Tumoren aufweisen oder gebrechlich sind, können womöglich auch mit weniger intensiver Therapie erfolgreich behandelt werden. Belege aus randomisierten Studien fehlen hierfür aber.
 
5.
Für die neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie mit Cisplatin waren keine besseren Resultate hinsichtlich des progressionsfreien oder Gesamtüberlebens nachweisbar.
 
6.
Mit Blick auf Komplettremissionen und Gesamttoxizität liefert die Radiochemotherapie mit 5-FU und Cisplatin vergleichbare Ergebnisse wie jene mit 5-FU und MMC. Das platinhaltige Regime ist weniger hämatotoxisch. Wahrscheinlich wird aber jeder marginale Nutzen in puncto hämatologischer Toxizität durch die Nachteile aufgehoben, die unter Cisplatin auftreten.
 
7.
Das Ansprechen auf die Therapie sollte ab der sechsten Woche überprüft werden. Laut den Daten ist eine Komplettremission nach 26 Wochen am besten zu beurteilen, falls eine Operation als Ultima Ratio der kurativen Therapie zur Debatte steht.
 
8.
Die Nachsorge nach der Radiochemotherapie ist nicht gründlich untersucht, sollte sich aber darauf konzentrieren, Lokalrezidive zu sanieren. Gefährlich sind besonders die ersten drei Jahre nach der Behandlung.
 
9.
Die Technik der Salvage-Chirurgie bei Analkrebs unterscheidet sich von jener beim Rektumkrebs, geht mit hoher Morbidität einher und verlangt multidisziplinäre Operationsteams.
 
...

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Literatur
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