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16.11.2020 | Luftembolie | Leitthema

Intraoperative vaskuläre Luftembolie

Evidenz bei Risiko, Diagnostik und Therapie

Zeitschrift:
Der Anaesthesist
Autoren:
P. Michels, E. C. Meyer, I. F. Brandes, A. Bräuer

Zusammenfassung

Das Eindringen von Gasen in das Gefäßsystem wird als vaskuläre Luftembolie (VLE) bezeichnet. Die Verlegung der pulmonalen Strombahn durch eine VLE kann zu einem fulminanten Rechtsherzversagen bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen. Eine VLE ist möglich, sobald eine offene Verbindung zwischen der Umgebung und einem venösen Gefäß mit subatmosphärischem Druck existiert. Diese Situation tritt auf bei Operationen im Nasen-Rachen-Bereich, der Hüften, im kleinen Becken oder der Mammae, wenn das Operationsgebiet oberhalb des Herzniveaus liegt. Aber auch bei Anlage und Entfernung zentraler Venenkatheter (ZVK) oder endoskopischen Prozeduren mit Gasinsufflation kann eine VLE auftreten.
Da bei diesen Prozeduren das VLE-Risiko nicht im primären Fokus des Anästhesie- oder OP-Personals liegt, kann in solchen Situationen eine VLE aufgrund des überraschenden Auftretens schwerwiegende Folgen haben. In der Kardio- und Neurochirurgie ist hingegen das Risiko einer intraoperativen VLE sehr viel bekannter. Bei Eingriffen mit erhöhtem Risiko für eine klinisch relevante VLE sollte präoperativ ein persistierendes Foramen ovale mithilfe der transösophagealen Echokardiographie (TEE) ausgeschlossen werden. Die TEE ist intraoperativ das sensitivste Verfahren zum Nachweis einer VLE und kann gleichzeitig klinische Ausprägungen wie z. B. eine Rechtsherzbelastung sichtbar machen.
Die Vermeidung eines initialen und wiederholten Lufteintritts ist die primäre Maßnahme, um die Häufigkeit sowie Ausprägung einer eingetretenen VLE mindern zu können.
Hierzu können folgende Punkte beitragen: gute Kommunikation zwischen Anästhesie und Chirurgie mit festgelegten Abläufen, Erhalt der Normovolämie, Lagerungsform des Patienten mit möglichst geringer Kopf-Herz-Höhendifferenz, gute chirurgische Technik mit Verschluss potenzieller Lufteintrittsstellen, suffiziente Detektion eingetretener Luft mithilfe der TEE, wiederholte Jugularvenenkompression in der Neurochirurgie, intraoperative Trendelenburg-Lagerung bei fortbestehender und/oder klinisch manifester VLE, differenzierte Beatmungseinstellung sowie Katecholamintherapie, Aspiration des Blut-Gas-Gemisches („air lock“) im Bereich des Übergangs zwischen oberer Hohlvene und rechtem Vorhof mithilfe des ZVK und Beachtung der Gerinnungsfunktion.

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