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01.06.2006 | CME Weiterbildung · Zertifizierte Fortbildung | Ausgabe 6/2006

Der Orthopäde 6/2006

Lumbale Spinalkanalstenose

Zeitschrift:
Der Orthopäde > Ausgabe 6/2006
Autoren:
Dr. T. L. Schulte, V. Bullmann, T. Lerner, M. Schneider, B. Marquardt, U. Liljenqvist, T. A. Pietilä, L. Hackenberg

Zusammenfassung

Der lumbalen Spinalkanalstenose kommt aufgrund der sich wandelnden Bevölkerungsstruktur und des wachsenden Anspruchs älterer Patienten an die Lebensqualität eine immer größere Bedeutung zu. Die aktuellen Behandlungsempfehlungen basieren weniger auf nachgewiesener Evidenz als auf klinischer Erfahrung, Expertenmeinungen und Einzelstudien. Das radiologische Ausmaß einer Stenose korreliert nicht mit der klinischen Situation der Patienten. Es stellt nicht das Kriterium zur Operation dar, sondern die typische Anamnese und Claudicatio spinalis. Symptomatische Patienten mit leichten bis mittelschweren Beschwerden sollten multimodal konservativ behandelt werden. Epidurale Infiltrationen und entlordosierende Maßnahmen sind sinnvoll, ggf. auch eine medikamentöse Therapie. Bei hochgradigen symptomatischen Stenosen sollte nach erfolglosem konservativem Therapieversuch über 3 Monate eine operative Therapie erfolgen. Hochgradige Paresen oder Kaudasyndrom sind absolute Operationsindikationen. Ziel ist eine optimale Dekompression bei größtmöglichem Erhalt oder Wiederherstellung der Segmentstabilität. Eine Laminektomie ist nicht erforderlich. Bei begleitender degenerativer Spondylolisthese Meyerding Grad I–II oder Hypermobilität in den Funktionsaufnahmen ist zusätzlich zur Dekompression abhängig vom Alter und Aktivitätsgrad des Patienten eine Fusion oder dynamische Stabilisierung anzustreben.

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