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Rechtsmedizin

Letale pulmonale Fettembolie: Assoziation mit Myokardhypertrophie

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Zusammenfassung

Hintergrund

Die pulmonale Fettembolie (PFE) ist ein Krankheitsbild, welches u. a. nach Trauma oder Operation auftreten kann. Die Verlegung der Lungenstrombahn durch Fettpartikel kann zu kardiorespiratorischen Beschwerden führen. Ziel dieser Untersuchung war es, klinische oder pathophysiologische Risikofaktoren wie Begleiterkrankungen und Körpereigenschaften der an einer PFE verstorbenen Personen festzustellen.

Methodik

Am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Münster wurde zwischen 1993 und 2017 bei 27 Sektionen als Todesursache eine PFE angegeben. Die Sektions- und Histologiebefunde, Sudan-Färbungen und die histologische Gradeinteilung der PFE nach Falzi bilden die Grundlage dieser Untersuchung. Als Kontrollgruppe dienten 27 traumatische Todesfälle (1995–2017), bei denen eine PFE nicht nachgewiesen werden konnte. Das Herzgewicht, der Body-Mass-Index (BMI), die Überlebenszeiten, die Verletzungsschwere und die Diagnose chronisches Lungenemphysem (CLE) wurden mittels Mann-Whitney-U-Test bzw. Chi-Quadrat-Test verglichen.

Ergebnisse

Die Geschlechterverteilung in der Studien- und Kontrollgruppe betrug 63 % Frauen vs. 37 % Männer. Die Altersspanne in der Studiengruppe reichte vom 56. bis zum 93. Lebensjahr vs. 51 bis 89 Jahren in der Kontrollgruppe. Der mittlere BMI betrug 25,6 kg/m2 in der Studiengruppe und 25,3 kg/m2 in der Kontrolle. Bei 15 Fällen in der Studiengruppe (56 %) lag als Begleiterkrankung ein CLE vor vs. 10 Fällen in der Kontrollgruppe (37 %). Eine Myokardhypertrophie wurde in 20 Fällen (74 %) der Studiengruppe diagnostiziert. Das mittlere Myokardgewicht lag bei 434 g (weibl.) und 496 g (männl.). In 9 Fällen (33 %) wurde ein Herzgewicht von 500 g überschritten. In der Kontrollgruppe lag das mittlere Myokardgewicht bei 349 g (weibl.) und 384 g (männl.); ein Herzgewicht von 500 g wurde 2‑mal überschritten. Der Unterschied bei der Verteilung der Herzgewichte war statistisch signifikant (p = 0,001). Für alle anderen untersuchten Parameter ergaben sich keine signifikanten Unterschiede.

Schlussfolgerung

In diesem eher kleinen Untersuchungsgut bestand ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Herzgewicht/Myokardhypertrophie und tödlich verlaufender PFE. Falls dieses Ergebnis in weiteren Studien bestätigt wird, stellt eine Myokardhypertrophie einen Risikofaktor für eine letale PFE dar. Ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen BMI oder der Diagnose CLE und Tod durch PFE konnte nicht festgestellt werden.
Titel
Letale pulmonale Fettembolie: Assoziation mit Myokardhypertrophie
Verfasst von
Hendrik Harms
Dr. med. Maximilian Hagen
PD Dr. med. Bernd Karger
Publikationsdatum
12.01.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Rechtsmedizin / Ausgabe 2/2024
Print ISSN: 0937-9819
Elektronische ISSN: 1434-5196
DOI
https://doi.org/10.1007/s00194-023-00678-1
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