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Über dieses Buch

Lungenfunktionsuntersuchung, inkl. arterielle Blutgasanalyse, und Spiroergometrie gehören zu den etablierten diagnostischen Verfahren. Insbesondere Internisten, Pneumologen, Allgemeinmediziner, Anästhesisten und Gutachter sind im Arbeitsalltag auf die Ergebnisse dieser Untersuchungen angewiesen.

Dieses Buch legt den Schwerpunkt auf die Analyse und klinische Interpretation der Untersuchungsbefunde. Beginnend mit den für das Verständnis notwendigen physiologischen bzw. physikalischen Grundlagen erläutert der Autor Messwerte, typische Befundmuster und ihre Deutung. Besonderen Wert legt er auf ein systematisches Vorgehen und didaktische Klarheit.

In der 3. Auflage wurden Definitionen und Referenzwerte unter Berücksichtigung der Vereinheitlichung auf europäischer Ebene aktualisiert und neue Themen, wie die Befundung auf Basis graphischer Darstellungen der Ergebnisse erörtert. Die neueste Demonstrationsversion der Software "Pulmopret light", die den praktischen Umgang mit Befunden erleichtert, ist nun online verfügbar.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einige allgemeine Vorbemerkungen

Die eigentliche Atmung findet in den einzelnen Körperzellen des tierischen und damit auch des menschlichen Organismus statt, und zwar in den Mitochondrien. Dort werden die Nährstoffe, überwiegend Fettsäuren und Glukose und zu einem geringeren Anteil auch Aminosäuren, unter Verbrauch von O2 zu CO2 und H2O abgebaut, was durch die Enzyme des Zitratzyklus und der Atmungskette bewerkstelligt wird. Dabei wird die in den Atombindungen der Nährstoffmoleküle gespeicherte Bindungsenergie frei und zur Synthese von ATP (Adenosintriphosphat) genutzt, dem universellen Energiedonator aller Lebensvorgänge. Die Mitochondrien sind also jener Ort in den Zellen, wo zeitlebens und ununterbrochen für die oxidative Energiebereitstellung O2 und Nährstoffe verbraucht und CO2 und H2O gebildet werden.

Paul Haber

2. Messgrößen der Ventilation

Wenn man sich mit der klinischen Beurteilung von Messgrößen befasst, wenn man also beurteilen will, ob ein Messwert normal oder davon abweichend ist, dann sind geeignete Normal- oder Referenzwerte eine Voraussetzung. Der Messwert selbst als absolute Zahl, z. B. ein Atemvolumen in Liter, ist noch nicht ausreichend, um Beurteilungen wie "normal", "vermindert" oder "vergrößert" zu treffen. Ein und derselbe Wert kann nämlich für einen 25-jährigen großen Mann "vermindert" und für eine 70-jährige kleine Dame "vergrößert" sein. Klinisch informativ wird der Messwert erst dann, wenn er zum Normal - (oder Referenz-)Wert in Beziehung gesetzt wird.

Paul Haber

3. Arterielle Blutgasanalyse (BGA) mit der Beurteilung des Säure- Basen-Status (SBS)

Die arterielle BGA ist die eigentliche und globale Überprüfung der Funktion der Lunge. Die Teilfunktionen, nämlich die Ventilation, die Diffusion und die Perfusion, haben alle zusammen nur eine Hauptaufgabe, nämlich sowohl in Ruhe als auch unter Belastung stets eine ausreichende Arterialisierung des venösen Blutes zu gewährleisten. Im Grunde ist daher die arterielle BGA die wichtigste Einzeluntersuchung der Lungenfunktion und schlechte BGA-Werte bei nur gering beeinträchtigten spirometrischen Werten wiegen schwerer als schlechte spirometrische Werte bei guten BGA-Werten, was z. B. bei präoperativen Risikobeurteilungen von Bedeutung sein kann.

Paul Haber

4. Beurteilung des Operationsrisikos an Hand der Lungenfunktion

Ein häufiger Anlass zur Zuweisung zur Lungenfunktionsuntersuchung ist eine bevorstehende Operation mit der Fragestellung am Zuweisungsformular: "Operationsfreigabe" oder "Kontraindikation". Um dazu Stellung nehmen zu können sind zunächst einige Klärungen erforderlich. Sobald eine Operation prinzipiell indiziert ist, d. h. geeignet ist, ein medizinisches Problem eines Patienten zu lösen, gibt es keine grundsätzliche Kontraindikation mehr, sondern nur mehr eine mehr oder weniger dringliche Indikation. Die letzte Instanz für die Entscheidung über die Durchführung des Eingriffs ist immer der Operateur, der zwischen drei Risiken abzuwägen hat: 1. Das Risiko des Nichtstuns. Es ist durch den natürlichen Verlauf der Haupterkrankung und durch das Vorhandensein oder Fehlen von alternativen Therapiemöglichkeiten gegeben. 2. Das Risiko der Operation selbst. Es hängt von der Größe, Kompliziertheit und Dauer des Eingriffs ab. 3. Das Risiko der postoperativen Phase. Dieses hängt sehr von den funktionellen Reserven des Kreislaufs und der Atmung ab.

Paul Haber

5. Diffusionskapazität

Nach der Ventilation ist die Diffusion der Atemgase die zweite wesentliche Teilfunktion der Lunge. Die Diffusion betrifft sowohl O2 als auch CO2. Von klinischem Interesse ist allerdings nur die Diffusion von O2, die DLO2, da diese durch Änderungen des Lungengewebes beeinträchtigt werden kann. Die Diffusion durch die alveolo-kapilläre Membran wird durch die Löslichkeit des Atemgases entscheidend beeinflusst. Da diese für CO2 rund 20-mal größer ist als für O2, ist die Membran für CO2 kein entscheidendes Diffusionshindernis. Daher erübrigt sich eine Bestimmung der Diffusionskapazität für CO2. Die einzige die CO2-Ausscheidung limitierende Größe ist ja die alveolare Ventilation.

Paul Haber

6. Systematische Beurteilung von Spirometrie und Bodyplethysmografie

In vielen Fällen, vor allem bei Untersuchungen in spezialisierten Untersuchungsstellen, wird die Beurteilung auch in Form eines schriftlichen Befundes ausgearbeitet. Wesentlich erleichtert wird diese Aufgabe, wenn die Befunde auf dem Befundblatt übersichtlich dargestellt sind, was für die originalen Ausdrucke, die von manchen Lungenfunktionsgeräten bereitgestellt werden, nicht immer zutrifft. Die ÖGP empfiehlt daher ein Grundmuster für ein Befundblatt, in dem die wesentlichen Informationen übersichtlich dargestellt sind und das in den folgenden Tabellen gezeigt wird.

Paul Haber

7. Spiroergometrie

Das Wort "Spiroergometrie" besteht aus zwei Anteilen. "Ergometrie" bezeichnet ein diagnostisches Verfahren zur Leistungsmessung. Mit einem geeigneten Gerät, dem Ergometer, wird eine physikalisch exakt definierte Leistung abverlangt. Dies ermöglicht nun Beurteilungen in zweierlei Hinsicht: 1. Die Prüfung der Leistungsfähigkeit, also die Beantwortung der Frage: welche Leistung kann äußerstenfalls erbracht werden? 2. Die Beurteilung der Reaktion und Funktion der an der Leistungserbringung beteiligten Organsysteme.

Paul Haber

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