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Die Nephrologie

Update Lupusnephritis

Erschienen in:

Zusammenfassung

Die Lupusnephritis (LN) ist eine Form der Glomerulonephritis (GN), die als besonders schwere Organmanifestation, die bei 20–60 % der Patientinnen und Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) auftritt, erheblich zu einer lupusbedingten Morbidität und Mortalität beiträgt. Dementsprechend sollte bei Verdacht auf eine renale Beteiligung niederschwellig die Indikation zu einer Nierenbiopsie gestellt werden, um die Diagnose zu sichern. Die histologische Beurteilung der LN gemäß ihrer unterschiedlichen histologisch-pathologischen Klassen sowie die Einschätzung der entzündlichen Aktivität und Chronizität sind maßgeblich für die Wahl des Therapieregimes. Hier hat es viele Jahre keine Neuerungen gegeben, inzwischen stehen jedoch zunehmend neue Therapieoptionen zur Verfügung, insbesondere zur Behandlung der LN-Klassen III und IV mit oder ohne bestehende Klasse V. Zu nennen sind hier Belimumab, Voclosporin und Obinutuzumab, die additiv zum „standard of care“ eingesetzt werden können. Zudem werden aktuell vielversprechende weitere Substanzen in Phase-II und -III-Studien untersucht. Auch das Behandlungsziel kann anhand neuer Daten besser definiert werden. So konnte gezeigt werden, dass ein frühes Ansprechen und eine stabile klinische Remission von mindestens 3 Jahren zur Reduktion von signifikanten renalen Organschäden führen. Dementsprechend kann geschlussfolgert werden, dass eine stabile Erhaltungstherapie zur Vermeidung von Krankheitsschüben ggf. über einen längeren Zeitraum fortgeführt werden sollte, bevor eine langsame Reduktion der immunsuppressiven Therapie begonnen wird.
Titel
Update Lupusnephritis
Verfasst von
Dr. Simone Cosima Boedecker-Lips
Julia Weinmann-Menke
Publikationsdatum
17.12.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Nephrologie / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 2731-7463
Elektronische ISSN: 2731-7471
DOI
https://doi.org/10.1007/s11560-025-00890-y
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