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22.04.2016 | Originalien | Ausgabe 7/2016

Der Chirurg 7/2016

Lymphknotenmetastasen beim ypT1/2-Rektumkarzinom nach neoadjuvanter Radiochemotherapie

Die Achillesferse organerhaltender Operationsverfahren?

Zeitschrift:
Der Chirurg > Ausgabe 7/2016
Autoren:
Dr. T. Sprenger, H. Rothe, T. Beissbarth, L.-C. Conradi, A. Kauffels, K. Homayounfar, C. L. Behnes, C. Rödel, T. Liersch, M. Ghadimi
Wichtige Hinweise
Diese Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (KFO 179) unterstützt.

Zusammenfassung

Hintergrund

Für Patienten mit Rektumkarzinom und kompletter Remission (ypT0) oder guter Response mit intramuralem Residualtumor (ypT1–2) nach neoadjuvanter Radiochemotherapie (RCT) wurden – zur Reduktion postoperativer Funktionseinschränkungen – wiederholt lokale Operationsverfahren als Alternative zur totalen mesorektalen Exzision (TME) vorgeschlagen. Ziel dieser Untersuchung war eine vergleichende Analyse von Frequenz und tumorabhängiger Lokalisation mesorektaler Lymphknotenmetastasen bei Patienten mit kompletter Remission (ypT0), intramuralem (ypT1–2) und wandüberschreitendem Residualtumor (ypT3–4).

Patienten und Methoden

Patienten mit cUICC-II/III-Rektumkarzinom (n = 81), die innerhalb der CAO/ARO/AIO-04-Studie behandelt wurden, wurden prospektiv evaluiert. Es erfolgte eine intensivierte histopathologische Aufarbeitung mit vollständiger mikroskopischer Untersuchung des mesorektalen Fettgewebskompartimentes. Die stadienabhängige Inzidenz und die intramesorektale Verteilung lymphogener Metastasen in Abhängigkeit vom Primärtumor wurden erhoben.

Ergebnisse

Ein wandüberschreitendes Tumorwachstum (ypT3–4) zeigten 62 % der Patienten, 25 % hatten eine deutliche partielle Remission des Primarius mit intramuralen Residuen (ypT1–2) und 14 % wiesen eine komplette Remission (ypT0) auf. Insgesamt wurden 28 ± 13,7 Lymphknoten (LK) pro TME-Präparat detektiert. Zwar war die Inzidenz von LK-Metastasen in der ypT3–4-Gruppe mit 40 % höher, jedoch wiesen immerhin 25 % der Patienten mit intramuralem Residualtumor (ypT1–2) im Mittel 2,2 LK-Metastasen auf, von denen 55 % distanziert zum Primarius im proximalen Mesorektum lokalisiert waren. Patienten mit Komplettresponse (ypT0) wiesen keine residuellen LK-Metastasen auf.

Diskussion

Patienten mit guter Response (ypT1–2) nach neoadjuvanter RCT haben in bis zu 25 % der Fälle residuelle mesorektale LK-Metastasen. Lokale Operationsverfahren wären im Vergleich zur TME mit einem erhöhten Risiko für ein lokales Tumorrezidiv vergesellschaftet. Bisher fehlen valide Selektionskriterien dafür, welche Patienten onkologisch sicher mit organerhaltenden Verfahren operiert werden könnten.

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