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27.03.2017 | Mammakarzinom | Nachrichten

Antiproliferativer Effekt

Bessere Brustkrebs-Prognose bei Diabetikerinnen unter Metformin

Autor:
Dr. Dagmar Kraus

Diabetikerinnen, die an Brustkrebs erkranken, haben eine schlechtere Prognose als Brustkrebspatientinnen ohne diese Stoffwechselerkrankung. Metformin scheint den diabetesbedingten Nachteil auszugleichen.

Diabetes erhöht nicht nur das Brustkrebsrisiko, mit der Stoffwechselerkrankung verschlechtern sich auch die Heilungschancen der Krebspatientinnen. Nun verdichten sich die Hinweise, dass das orale Antidiabetikum Metformin nicht nur den Blutzucker senkt, sondern auch einen antiproliferativen Effekt entfaltet. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2015 beispielsweise zeigte, dass sich mit Metformin sowohl das krankheitsspezifische Überleben als auch das Gesamtüberleben diabeteskranker Brustkrebspatientinnen verbessert.

Das bestätigte eine aktuelle Analyse der ALLTO-Studiendaten. Aufgelegt wurde die ALLTO-Studie − eine internationale, randomisierte Phase-III-Studie – ursprünglich mit dem Ziel, bei HER2-positiven Brustkrebspatientinnen die Wirksamkeit verschiedener adjuvanter Therapieregime mit den Wirkstoffen Trastuzumab und Lapitinib zu vergleichen.

Der Onkologe Amir Sonnenblick von der Universitätsklinik in Jerusalem und seine Kollegen nutzten die Daten der 8381 ALLTO-Studienteilnehmerinnen jedoch, um zu überprüfen, inwiefern eine Diabeteserkrankung die Prognose der Patientinnen beeinflusste. Sie verglichen das krankheitsfreie Überleben (DFS), das metastasenfreie Überleben (DDFS) sowie das Gesamtüberleben (OS) diabeteskranker und nichtdiabeteskranker Probandinnen.

Insgesamt 446 Patientinnen hatten Diabetes (5,3%), davon waren 260 mit Metformin behandelt worden. Diabetikerinnen waren im Durchschnitt älter (p < 0,001) und häufiger postmenopausal (p < 0,001) als Nichtdiabetikerinnen. Außerdem hatten sie größere Tumoren (p < 0,001) und höhere BMI-Werte (p < 0,001).

Schlechtere Prognose für Diabetikerinnen

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 4,5 Jahren waren bei insgesamt 1205 Probandinnen Tumorrezidive (14,4%) und bei 929 Teilnehmerinnen (11,1%) Tumormetastasen aufgetreten. 528 Frauen (6,3%) waren gestorben. Die Analyse der einzelnen Gruppen, bei der prognoserelevante Faktoren wie Tumorgröße, Lymphknotenstatus, Studienarm und BMI berücksichtigt worden waren, zeigte, dass vor allem die diabeteskranken Probandinnen, die nicht mit Metformin behandelt worden waren, schlechtere Überlebenschancen hatten. Das Risiko für Tumorrezidive (HR 1,40, 95%-KI 1,01−1,94) oder Metastasen (HR 1,56, 95%-KI 1,10−2,22) war fast um die Hälfte höher als bei Patientinnen ohne Diabetes. Das Mortalitätsrisiko stieg beinahe auf das Doppelte (HR 1,87, 95%-KI 1,23−2,85). Ein nicht mit Metformin behandelter Diabetes stand jedoch nur dann mit einem schlechteren Outcome im Zusammenhang, wenn der Tumor Hormonrezeptor-positiv war. Das Streberisiko war in diesem Fall sogar dreimal höher (HR 3,25, 95%-KI 1,84−5,76). Für Diabetikerinnen mit einem HER2-positiven und Hormonrezeptor-negativen Tumor fand sich kein solcher Zusammenhang. Bei Diabetikerinnen, die mit Metformin behandelt worden waren, war das Outcome unabhängig vom Hormonrezeptorstatus vergleichbar mit dem von Nichtdiabetikerinnen.

Bessere Überlebenschancen mit Metformin

Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs und Diabetes profitieren offenbar von einer Behandlung mit Metformin, so das Resümee von Sonnenblick und seinen Kollegen. Im Vergleich zu Nichtdiabetikerinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom stehen die Überlebenschancen der an Diabetes erkrankten Brustkrebspatientinnen ohne Metformin deutlich schlechter. Sonnenblick und Kollegen vermuten daher, dass sich mit Metformin dem krebswachstumfördernden Effekt der Diabeteserkrankung entgegenwirken lässt.

Als besonders interessant werten die Studienautoren die Beobachtung, dass sich das Metastasierungs- bzw. Sterberisiko für Frauen mit Hormonrezeptor-positiven Tumoren verdoppelt, wenn sie an Diabetes leiden. Werden die Diabetikerinnen mit Hormonrezeptor-positiven Tumoren nicht mit Metformin behandelt, klettert das Sterberisiko sogar auf das Dreifache. Bei Hormonrezeptor-negativen Tumoren ließ sich ein solcher Effekt des Diabetes nicht nachweisen.

Literatur

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