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28.04.2020 | Mammakarzinom | Topic | Ausgabe 5/2020

best practice onkologie 5/2020

BRCA-Companion-Diagnostik bei Brust- und Eierstockkrebs

Zeitschrift:
best practice onkologie > Ausgabe 5/2020
Autoren:
S. Hartmann, A. Stachs, Prof. Dr. T. Reimer
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Untch, Berlin

Zusammenfassung

Moderne „companion diagnostics“ (CDx) umfassen den Nachweis des Vorhandenseins oder Fehlens von zumeist singulären Proteinen oder Genveränderungen (Biomarker), wobei dieser Nachweis als „Pflichttest“ die Anwendung eines Therapeutikums zulässt oder ausschließt. Die onkologischen Präparate stellen den größten Anteil bei zugelassenen Arzneimitteln für die personalisierte Medizin. Der Nachweis einer pathologischen Keimbahnmutation im BRCA1- oder BRCA2-Gen bei Patienten mit Mammakarzinom hatte bis vor Kurzem für die Betroffenen lediglich Auswirkungen auf die Intensität der weiteren Vor- bzw. Nachsorge und die Empfehlung prophylaktischer Operationen. In den letzten Jahren sind jedoch prospektive randomisierte Studien zur Effektivität von Inhibitoren der Poly-ADP-Ribose-Polymerase (PARP) bei lokal fortgeschrittenem bzw. metastasiertem, HER2-negativem Mammakarzinom und von Platinsalzen bei metastasiertem, triple-negativem Mammakarzinom publiziert worden. PARP-Inhibitoren haben in randomisierten Studien beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom zu einer signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens bei akzeptablem Nebenwirkungsprofil geführt. Olaparib, Rucaparib und Niraparib sind bereits für die Therapie des serösen High-Grade-Ovarialkarzinoms zugelassen, während die Wirksamkeit weiterer Substanzen wie Talazoparib und Veliparib Gegenstand aktueller Studien ist. Allen Patientinnen für die genannten Indikationsspektren sollte eine BRCA-Mutationsanalyse in der Keimbahn (Mamma‑, Ovarialkarzinom) bzw. im Tumorgewebe (nur Ovarialkarzinom) angeboten werden. Eine Herausforderung ist die sich rasant entwickelnde Publikations- und Studienlandschaft. Insbesondere bestehende Leitlinien müssen fortlaufend aktualisiert werden, um als Empfehlungsinstrument für die klinische Praxis genutzt zu werden.

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Literatur
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