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08.01.2021 | Mammakarzinom | Leitthema

Umwelteinflüsse und gynäkologische Karzinome

Zeitschrift:
Der Gynäkologe
Autoren:
Volker Hanf, Prof. Dr. Günter Emons
Wichtige Hinweise

Redaktion

B. Sonntag, Hamburg
G. Emons, Göttingen

Zusammenfassung

Das Leben in der modernen Welt ist eng mit der Exposition gegenüber Umweltfaktoren verknüpft, die auf physikalische oder chemische Weise das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen. Das gilt auch für Brustkrebs und die weiblichen Genitalkarzinome. Von besonderem Interesse sind Chemikalien, die, ohne selber Hormone zu sein, hormonelle Regulationsprozesse beeinflussen. Sie werden als „endokrine Disruptoren“ oder „hormonell aktive Agentien“ bezeichnet. Ihre hormonartigen Wirkungen treiben die Proliferationsprozesse östrogenresponsiver Zellen. Damit wirken diese Substanzen als Promotoren initiierter Krebszellen. Wenn diese Substanzen zu bestimmten, besonders vulnerablen Phasen der Individualentwicklung einwirken, zum Beispiel in der Fetalentwicklung oder in der peripuberalen Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale, können diese Entwicklungsprozesse in pathologischer Weise geprimed werden. So werden zu sehr viel späteren Zeiten Krebserkrankungen ausgelöst oder begünstigt. Selbst eine generationenübergreifende Kanzerogenese ist beschrieben worden. Chemikalien mit eindeutiger karzinogener Wirkung, wie die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, die beispielsweise Teer- und Teerprodukte kontaminieren, wirken lokal und systemisch karzinogen und begünstigen damit die Entstehung von Brust- und Genitalkarzinomen. Unter den physikalischen karzinogenen Faktoren sind extrem niederfrequente Magnetwechselfelder („extremely low-frequency electromagnetic field“, ELF – EMF) und Licht in der Nacht zu beachten. Abschließend werden Rauchen und Alkohol Konsum in ihrer Beziehung zu Brust- und Genitalkarzinomen diskutiert.

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