Medizinethischer Kommentar zum Fall: „Methadon zur Tumortherapie“
- 20.10.2017
- Fall und Kommentare
- Verfasst von
- Antonia Sahm
- Prof. Dr. med. Stephan Sahm
- Erschienen in
- Ethik in der Medizin | Ausgabe 4/2017
Auszug
Der 73-jährige Herr M., der an einem Prostatakarzinom in einem palliativen Stadium erkrankt ist, erbittet von seinem Arzt die Verschreibung von Methadon. Er erhofft sich eine Stagnation des Tumorwachstums, eine Rückbildung oder gar eine Heilung, wie euphorisch in Publikumsmedien berichtet wurde. Für die ethische Betrachtung der Verschreibung durch den Onkologen gilt festzuhalten, dass der Patient umfänglich informiert ist. Er kennt die Stellungnahmen einschlägiger Fachgesellschaften, die vor gefährlichen unerwünschten Folgen warnen. Herr M. nimmt eine eigene Bewertung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes vor. Der Konflikt kann daher nicht auf ein Informationsdefizit reduziert werden. Vielmehr offenbart sich eine Konfliktlage, die das Selbstverständnis wissenschaftlich basierter Medizin berührt. Der Patient fordert hier in informierter Selbstbestimmung eine medizinisch (bislang) nicht zu rechtfertigende Therapie. Er unterbreitet seinem Arzt einen Vorschlag, wie er das Medikament durch einen Trick gleichsam „legal“ erhalten könne, indem eine Indikation vorgeschoben wird, eine Schmerztherapie als Vorwand deklariert wird. …
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- Titel
- Medizinethischer Kommentar zum Fall: „Methadon zur Tumortherapie“
- Verfasst von
-
Antonia Sahm
Prof. Dr. med. Stephan Sahm
- Publikationsdatum
- 20.10.2017
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Erschienen in
-
Ethik in der Medizin / Ausgabe 4/2017
Print ISSN: 0935-7335
Elektronische ISSN: 1437-1618 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00481-017-0459-3
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