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01.06.2014 | Originalien | Ausgabe 6/2014

Der Unfallchirurg 6/2014

Medizinische und soziodemographische Aspekte häuslicher Gewalt

Systematische Auswertung von Patientendaten einer Notaufnahme eines Krankenhauses der Maximalversorgung

Zeitschrift:
Der Unfallchirurg > Ausgabe 6/2014
Autoren:
Dr. R. Gologan, S. Aziriu, U. Obertacke, U. Schreiner
Wichtige Hinweise
Diese Arbeit enthält Teile der Promotionsarbeit von S. Aziriu.

Zusammenfassung

Hintergrund

Häusliche Gewalt ist eine Unterform vorkommender Gewaltformen. Die soziologischen Aspekte häuslicher Gewalt sind gut erforscht und publiziert. Im Hinblick auf körperliche Verletzungsfolgen von häuslicher Gewalt lassen sich nur wenige Daten finden.

Patienten und Methode

Aus dem Patientengut einer unfallchirugischen Notaufnahme eines Hauses der Maximalversorgung wurden Opfer häuslicher Gewalt identifiziert. Es wurden persönliche und soziodemographische Daten sowie Daten zum Verletzungsmuster erfasst.

Ergebnisse

Opfer häuslicher Gewalt waren 1,4 % der in der Notaufnahme vorstelligen Patienten; 70 % waren Frauen, die überwiegend (68 %) durch den (Ex-)Lebenspartner Gewalt erfuhren; 30 % waren Männer, welche überwiegend (46 %) von Bekannten Gewalt erfuhren. Ein Migrationshintergrund lag bei 45 % der Frauen und 38 % der Männer vor. Am häufigsten wurden der Kopf und Hals (88 %) verletzt. Zu 94 % lag eine stumpfe Gewalteinwirkung vor. Männer wurden tendentiell häufiger mit Gegenständen angegriffen.

Schlussfolgerung

Es sind Muster erkennbar: Betroffene sind überwiegend Frauen und häufiger Menschen mit Migrationshintergrund. Die (überwiegend stumpfe) Gewalt wird innerhalb einer Partnerschaftsbeziehung, seltener in direkter Verwandtschaftslinie verübt. Die Richtung der Gewalt zielt auf den Kopf. Exzessive Gewalt mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde nicht beobachtet.

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