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24.11.2015 | Originalien | Ausgabe 2/2017

Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin 2/2017

Medizinrechtliche Aspekte bei der notärztlichen Versorgung

Analyse zur Häufigkeit von Patientenverfügungen und deren Einfluss auf notärztliche Entscheidungsprozesse

Zeitschrift:
Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin > Ausgabe 2/2017
Autoren:
MHMM Mike Peters, B.R. Kern, C. Buschmann
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Buerke, Siegen

Zusammenfassung

Hintergrund

Ärztliche Entscheidungen im Notarztdienst sind stets höchst sensibel, zeitkritisch und können eventuell auch mit medizinrechtlichen Konsequenzen behaftet sein. Patientenverfügungen sind wesentlicher Bestandteil der partizipativen Entscheidungsfindung der Patienten. Im Fall der Verweigerung von Reanimations- und/oder anderer lebensverlängernder Maßnahmen stehen die Notärzte vor möglichen ethischen, medizinischen und auch medizinrechtlichen Konflikten.

Methoden

In einer anonymisierten Fragebogenerhebung – im Rahmen der RIMANO-II-Studie (Risik Management Präklinische Notfallmedizin) – wurden sämtliche 18 Notarztstützpunkte der Berliner Feuerwehr hinsichtlich des Einflusses von Patientenverfügungen auf notärztliche Entscheidungsprozesse befragt. Zudem wurden notärztliche Verbesserungsvorschläge für Patientenverfügungen gesammelt. Die Auswertung erfolgte mithilfe deskriptiver statistischer Methoden und qualitativer Verfahren.

Ergebnisse

Insgesamt konnten von 112 Notärzten Antworten berücksichtigt werden. Es dominierten Anästhesiologen (n = 55, 49 %) gefolgt von Internisten (n = 40, 36 %). Die mediane Erfahrungsdauer im Notarztdienst lag bei 7 (Interquartilsspanne: 4–14) Jahren. Do-not-resuscitate(DNR)-Wünsche von Betroffenen wurden in 78/112 (70 %, 95 %-Konfidenzintervall: 69–78 %) der Einsätze respektiert. Der Ablehnung einer Krankenhauseinweisung wurde in 49/112 Fällen (44 %, 95 %-Konfidenzintervall: 34–53 %) Folge geleistet. Facharztqualifikationen, Erfahrung im Notarztdienst und Einsatzhäufigkeit, aber auch der Umgang mit der Patientenverfügungen trugen in unterschiedlichem und nichtkonsistentem Ausmaß zu verschiedenen notärztlichen Interventionen bei.

Schlussfolgerung

Patientenverfügungen scheinen notärztliche Entscheidungen zu beeinflussen. Es ist jedoch derzeit noch unklar, wie eine standardisierte, allgemeinverständliche und -gültige Patientenverfügung aussehen sollte, um für alle Beteiligten einen akzeptablen, d. h. in der präklinischen Notfallmedizin notwendigen – und (medizin)rechtssicheren Rahmen zu schaffen.

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