Zum Inhalt
Die Dermatologie

Hauterkrankungen durch humane Polyomaviren

Erschienen in:

Zusammenfassung

Von den gegenwärtig bekannten 15 humanen Polyomaviren (HPyV) wurden 8 auf gesunder Haut gefunden. Merkelzell-Polyomavirus (MCPyV), HPyV6, HPyV7 sowie das seltener vorkommende Saint Louis-Polyomavirus (STLPyV) gelten als Teil des humanen kutanen Viroms. Das wichtigste kutane Polyomavirus, MCPyV, verursacht einen Großteil der Merkelzellkarzinome (MCC). Das MCC ist ein seltener, aber sehr aggressiver maligner Hauttumor, der neben immunsupprimierten auch immunkompetente Patienten betrifft. In den letzten Jahrzehnten wurde eine stetige Zunahme der Inzidenzraten dieses Hauttumors beobachtet. MCC treten v. a. auf Sonnenlicht-exponierten Hautarealen hellhäutiger Menschen auf. Risikofaktoren für die Entwicklung eines MCC sind Immunsuppression und hohes Alter. Die Primärinfektion mit dem Trichodysplasia-spinulosa-assoziierten Polyomavirus (TSPyV) kann bei Immunsupprimierten die sehr seltene Hauterkrankung Trichodysplasia spinulosa (TS) verursachen. Keratinstachel (Spicula), hauptsächlich im zentralen Gesicht, charakterisieren diese Erkrankung. Ausschließlich bei Immunsupprimierten wurden Hautläsionen in Zusammenhang mit weiteren HPyV beschrieben. Für HPyV6 und HPyV7 wurden Fälle epithelialer Proliferationen und juckender dyskeratotischer Dermatitiden veröffentlicht. HPyV9 und New Jersey-Polyomavirus (NJPyV-13) wurden jeweils in unterschiedlichen Hautveränderungen einzelner Patienten gefunden, wobei die Rolle dieser Polyomaviren bei der Entstehung der Hautläsionen noch unklar ist.
Titel
Hauterkrankungen durch humane Polyomaviren
Verfasst von
Steffi Silling
Alexander Kreuter
Prof. Dr. med. Ulrike Wieland
Publikationsdatum
28.04.2022
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Dermatologie / Ausgabe 6/2022
Print ISSN: 2731-7005
Elektronische ISSN: 2731-7013
DOI
https://doi.org/10.1007/s00105-022-04993-8
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Kompaktes Leitlinien-Wissen Dermatologie (Link öffnet in neuem Fenster)

Mit medbee Pocketcards schnell und sicher entscheiden.
Leitlinien-Wissen kostenlos und immer griffbereit auf ihrem Desktop, Handy oder Tablet.

Neu im Fachgebiet Dermatologie

Mit Kohlenstoff-Käfigen gegen Radiodermatitis?

In einer chinesischen Phase-II-Studie ließ sich durch eine Salbe mit dem Kohlenstoffmaterial Fulleren einer Radiodermatitis wirksamer vorbeugen als mit einem Trolamin-haltigen Produkt. Im Detail bleiben aber noch viele Fragen offen.

Von einer Mandelallergie, die keine mehr war

Ein zweijähriger Junge mit bekannter Mandelallergie und auffälligen Reaktionen auf Mückenstiche soll auf weitere Allergien getestet werden – eigentlich ein klarer Fall. Doch ein unerwartet erhöhter Tryptase-Wert lässt den Kinderpneumologen aufhorchen. Was steckt hinter diesem Laborergebnis?

Konjunktivaler Provokationstest gelingt leicht in der Praxis

Die aktualisierte S2k-Leitlinie zur Provokationstestung bei allergischen oberen Atemwegserkrankungen steht kurz vor der Verabschiedung. Hinzugekommen ist nun auch die konjunktivale Provokation.

Schützt niedrig dosiertes DOAK auch vor Thrombophlebitiden?

Die fortgesetzte Gabe von niedrig dosiertem Apixaban nach tiefer Beinvenenthrombose senkte in der Nachauswertung einer randomisierten Studie das Risiko einer symptomatischen oberflächlichen Venenthrombose.

Update Dermatologie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Die Leitlinien für Ärztinnen und Ärzte, Nahaufnahme einer älteren Frau, die Creme auf ihre Hände aufträgt/© Strelciuc / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Mandeln in und neben einem Holzschälchen/© onairjiw / Getty Images / iStock (Symbolbild), Kind erhält Augentropfen/© Nadzeya Haroshka / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Frau nimmt Tablette ein/© LumineImages / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)