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07.12.2016 | Metastasen | Originalien | Ausgabe 6/2017

Der Chirurg 6/2017

Chirurgie pulmonaler Metastasen des kolorektalen Karzinoms

Ergebnisse einer Umfrage in Deutschland

Zeitschrift:
Der Chirurg > Ausgabe 6/2017
Autoren:
W. Dudek, W. Schreiner, P. Stapel, N. Vassos, R. Grützmann, H. Sirbu

Zusammenfassung

Hintergrund

Die prognostische Signifikanz der chirurgischen Lungenmetastasenresektion des kolorektalen Karzinoms ist nicht durch randomisierte Studien eindeutig belegt. Ziel unserer Arbeit war, einen Überblick über aktuelle Indikationskriterien, die präoperative Diagnostik und präferierte Operationstechniken der Lungenmetastasektomie in deutschen Kliniken darzustellen.

Material und Methoden

Eine anonyme Umfrage der 239 thoraxchirurgisch tätigen Zentren in Deutschland erfolgte einmalig im Oktober 2015.

Ergebnisse

Teilnehmer (65 % der Befragten) verwendeten präoperativ: Thorax-CT (98 %), Leber-CT (62 %), Becken-CT (39 %) und FDG-PET (37 %). Die Lungenmetastasenresektion erfolgte am häufigsten bei solitären Lungenmetastasen ohne extrathorakale Absiedlungen (96 %), bei >1 ipsipulmonalen Metastasen ohne extrathorakale Manifestationen (95 %), bei solitärer Lungenmetastase kombiniert mit resektabler Lebermetastasierung (92 %) und bei resektabler bipulmonaler Metastasierung ohne extrathorakale Manifestationen (91 %). 95 % der Befragten führten eine offene Lungenmetastasenresektion durch, 82 % videoassistiert und 18 % mittels Radiofrequenzablation. 53 % der Chirurgen verwendeten eine laserassistierte Metastasenresektion. Die wissenschaftlichen Grundlagen zur pulmonalen Metastasenresektion wurden von 46 % der Umfrageteilnehmer als unzureichend eingeschätzt.

Schlussfolgerung

Eine pulmonale Metastasenresektion wurde bei solitären und multiplen – sowohl uni- als auch bilateral lokalisierten Lungenmetastasen nach Ausschluss einer extrathorakalen Metastasierung und/oder eines Lokalrezidivs als gerechtfertigt angesehen. Das Vorliegen resektabler Lebermetastasen wurde nicht als absolute Kontraindikation bewertet. 46 % der Befragten empfahlen eine Verbesserung der Evidenzlage durch prospektiv randomisierte Studien.

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