Skip to main content
main-content

13.07.2015 | Sonderheft 5/2015

MMW - Fortschritte der Medizin 5/2015

Methocarbamol bei akuten Rückenschmerzen

Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie

Zeitschrift:
MMW - Fortschritte der Medizin > Sonderheft 5/2015
Autoren:
Sanitätsrat Dr. med. Oliver M. D. Emrich, Prof. Dr. med. Klaus A. Milachowski, Dr. med. Martin Strohmeier
Wichtige Hinweise
Ortoton®; Recordati Pharma GmbH, Ulm
This article is part of a supplement not sponsored by the industry.

Danksagung

Die Autoren danken Herrn Prof. Helmut Deißler, Ulm, Deutschland, für seine Beratung und die Unterstützung bei der Vorbereitung des Manuskripts. Die Erstellung des vorliegenden Manuskript wurde von der Recordati Pharma GmbH finanziell unterstützt.

Interessenkonflikt

SR Dr. Oliver Emrich ist Leiter des Schmerzzentrums Ludwigshafen und hat aufgrund seiner umfassenden Erfahrungen mit Schmerzpatienten maßgeblich an dieser Publikation mitgewirkt. Er ist als Referent für verschiedene Firmen (u. a. Mundipharma, Teva, Grünenthal, Recordati), wie auch für verschiedene wissenschaftliche Gesellschaften und Vereine tätig. Er erklärt, dass keine finanziellen Interessenkonflikte in Bezug auf dieses Manuskript bestehen.
Prof. Klaus A. Milachowski hat bei der Studie aktiv als Principal Investigator mitgewirkt. Er erklärt, dass keine finanziellen Interessenkonflikte in Bezug auf dieses Manuskript bestehen.
Dr. Martin Strohmeier ist aufgrund seiner wissenschaftlichen Gutachten und Abhandlungen über das Methocarbamol einer der wenigen Experten dieses Wirkstoffs. Er ist als Referent für verschiedene Firmen (u. a. Grünenthal, Teva, Mundipharma, Recordati), wie auch für verschiedene wissenschaftliche Gesellschaften und Vereine tätig. Er erklärt, dass keine finanziellen Interessenkonflikte in Bezug auf dieses Manuskript bestehen.

Zusammenfassung

Hintergrund:

Muskelrelaxantien sind ein wichtiger Teil der Behandlungsstrategie bei Rückenschmerzen (LBP, Low Back Pain), einem der häufigsten gesundheitlichen Probleme in Industrienationen. Für diese Indikation hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) jüngst Anwendungsausschlüsse für Muskelrelaxantien, aber auch Antiphlogistika und Analgetika, und sogar Marktrücknahmen (Tetrazepam) angeordnet. Als einzig explizit zugelassenes Muskelrelaxans ist Methocarbamol verblieben. Die Anwendung des Wirkstoffs bei LBP mit myofaszialer Komponente ist breit etabliert, obwohl bisher noch keine klinisch relevanten Studien publiziert wurden. Daher werden in dieser Arbeit bislang noch nicht publizierte Daten aus dem Jahr 2002, bei denen der Schwerpunkt auf der Wirksamkeit von Methocarbamol lag, zusammengefasst und erneut post hoc beurteilt.

Methode:

Es handelte sich um eine randomisierte, placebokontrollierte Multicenterstudie. Eingeschlossen waren Patienten, die seit mindestens 24 Stunden unter akuten Rückenschmerzen, Schmerzen im Becken-/Lendenbereich und eingeschränkter Beweglichkeit litten. Die Patienten erhielten entweder orales Methocarbamol (Ortoton®) (n = 98) oder Placebo (n = 104). Die Behandlung dauerte maximal 8 Tage, konnte allerdings individuell beendet werden, sobald ein schmerzfreier Zustand erreicht war. Die individuelle Schmerzwahrnehmung wurde mit Hilfe einer visuellen Analogskala (VAS) quantifiziert. Die Beweglichkeitseinschränkung wurde anhand des Finger-Boden-Abstands und des Schober-Maßes bestimmt. Zudem beurteilten Patienten und Prüfärzte die Wirksamkeit der Behandlung anhand einer Bewertungsskala.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen:

In der Verumgruppe beendeten 44% der Patienten die Behandlung vorzeitig, weil sie schmerzfrei waren (Placebo: 18%) und 19% aufgrund mangelnder Wirksamkeit (Placebo: 52%; p<0,0001). Die Werte für die Beweglichkeit (Finger-Boden-Abstand, Schober-Maß) und die von Prüfarzt und Patient am individuellen Studienende eingeschätzte Verbesserung der Beweglichkeit fielen zugunsten der mit Metho- carbamol behandelten Patienten aus. Zum Abschlusstermin beurteilten in der Methocarbamolgruppe 67% der Patienten (Placebo: 35%) und 70% der Prüf ärzte (Kontrolle: 35%) die Behandlung als wirksam. Es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet (7 Symptome bei 5 Patienten).

Schlussfolgerung:

Oral verabreichtes Methocarbamol stellt eine wirksame und gut verträgliche therapeutische Option für Patienten mit akutem LBP und den typischerweise damit assoziierten Beweglichkeitseinschränkungen dar.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Sonderheft 5/2015

MMW - Fortschritte der Medizin 5/2015 Zur Ausgabe

Neu im Fachgebiet Allgemeinmedizin

Meistgelesene Bücher aus dem Fachgebiet

2018 | Buch

Repetitorium Geriatrie

Geriatrische Grundversorgung - Zusatz-Weiterbildung Geriatrie - Schwerpunktbezeichnung Geriatrie

Das vorliegende Werk orientiert sich an den Fort-bzw. Weiterbildungsinhalten der Zusatz-Weiterbildung „Geriatrie“ , der Schwerpunktbezeichnung „Geriatrie“ sowie der strukturierten curricularen Fortbildung „Geriatrische Grundversorgung“ und wendet …

Herausgeber:
Dr. Rainer Neubart

2012 | Buch

Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin

Klinik Diagnose Therapie

Patienten mit Hautkrankheiten machen einen großen Anteil der Patienten in der Allgemeinarztpraxis aus. Prägnante Texte und zahlreiche Abbildungen zu Klinik, Pathogenese, Diagnose und Therapie helfen, die häufigsten dermatologischen Probleme zu lösen.

Autor:
Prof. Dr. med. Dietrich Abeck

Mail Icon II Newsletter

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter Update Allgemeinmedizin und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.

Bildnachweise