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22.01.2021 | themenschwerpunkt | Ausgabe 1/2021

Spektrum der Augenheilkunde 1/2021

Mindestanforderungen an das Sehvermögen für das Lenken von Kraftfahrzeugen und Einfluss von Prismenfolien auf das Sehvermögen

Zeitschrift:
Spektrum der Augenheilkunde > Ausgabe 1/2021
Autoren:
Dr. Sophie Biffl, Dr. Hildegard Gruber, Dr. Peter Gorka
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Auswirkungen von Prismenfolien verschiedener Stärke auf Visus, beidäugiges Gesichtsfeld und Dämmerungssehen mit und ohne Blendung und deren Auswirkungen auf die derzeit in Österreich geltenden Mindestanforderungen für Führerscheingruppe 1 und 2 wurden untersucht.

Material und Methode

Diese Untersuchungen wurden in Form von Selbsttests bei unauffälligem Ausgangsbefund durchgeführt. Ein kleines PatientInnen-Kollektiv von 26 Personen wurde im Anschluss daran bezüglich ihrer individuellen Führerscheinerlaubnis untersucht (Fusionsblickfeld, Visus, Gesichtsfeld). Das Dämmerungssehen wurde lediglich im Selbsttest analysiert.

Resultate

Bei einem Ausgangsvisus von 1,0 wird der Visus mit der stärksten Prismenfolie von 40 Prismendioptrien auf 0,1 reduziert. Ist der Visus am anderen Auge mindestens 0,5 für Gruppe 1 (PKW) und 0,8 für Gruppe 2 (LKW), besteht Führerscheinerlaubnis.
In keinem Fall kommt es zu einer Einschränkung des binokularen Gesichtsfeldes aufgrund von Prismenfolien bei unauffälligem Ausgangsbefund des Zweitauges.
Beim Dämmerungssehen kommt es bereits ab 6 Prismendioptrien-Folien bei Kontraststufe 1:5 und ab 20 Prismendioptrien-Folien bei Kontraststufe 1:23 zu einer Einschränkung. Mit Blendung führt jede Prismenfolie zu einer Beeinträchtigung, und die Führerscheinkriterien werden nicht erfüllt. Binokular dominiert das freie Auge, und volles Kontrastsehen (1:23 und 1:5) wird mit allen Prismenfolien bis zur Stärke von 40 Prismendioptrien erreicht.

Schlussfolgerung

Unsere Studie konnte zeigen, dass die Beeinträchtigung des Visus, des Dämmerungssehens und des Gesichtsfeldes aufgrund von Prismenfolien binokular kompensiert werden kann, wenn das Zweitauge die Mindestanforderungen hinsichtlich Führerscheinerlaubnis erfüllt. Nur wenn der Visus des schlechteren Auges durch Vorsetzen einer Prismenfolie auf weniger als 0,1 absinkt, kommen die Bestimmungen der funktionellen Einäugigkeit zur Anwendung.

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Literatur
Über diesen Artikel

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