Minimalinvasive abdominothorakale Ösophagusresektion mit transoraler Ösophagogastrostomie
Interdisziplinäre Herausforderung
- 01.10.2013
- Medizin aktuell
- Verfasst von
- I. Gockel
- M. Paschold
- H. Lang
- PD Dr. F. Heid
- Erschienen in
- Die Anaesthesiologie | Ausgabe 10/2013
Zusammenfassung
Hintergrund
Die Resektion des Ösophagus ist ein invasiver Zweihöhleneingriff, dessen perioperative Betreuung besondere anästhesiologische Expertise voraussetzt. Außerdem werden in der Chirurgie kontinuierlich neue minimalinvasive Techniken etabliert, die besondere Anforderungen an das Behandlungsteam stellen, da hierbei auch der Anästhesist entscheidend in den chirurgischen Ablauf eingebunden wird.
Ziel der Arbeit
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Darstellung der Entwicklung chirurgischer Behandlungsoptionen des Ösophaguskarzinoms, ausgehend von der klassisch-offenen Resektion hin zur minimalinvasiven Technik („minimally invasive esophagectomy“, MIE). Bisherige Erfahrungen mit der MIE an einer Kohorte eigener Patienten werden beschrieben und die anästhesiologischen Besonderheiten dieser innovativen Technik illustriert.
Material und Methode
In der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsmedizin Mainz, wird die minimalinvasive abdominothorakale Ösophagusresektion seit Oktober 2010 durchgeführt. Die Anastomosierung erfolgt hierbei hochthorakal mithilfe des vom Anästhesisten oral inserierten EEA™-OrVil™-Systems. Bislang wurden 17 Patienten in dieser Technik operiert.
Ergebnisse
Die ösophagogastrale Anastomosierung mit dem EEA™-OrVil™-System war bei allen Patienten praktikabel. Das transorale Einführen der Magensonde mit der Konnektionshülse und der gekippten Andruckplatte führte bei nur einem Patienten zu einer geringen Dislokation des Doppellumentubus, der unmittelbar lagekorrigiert werden konnte. Weitere Komplikationen traten intraoperativ nicht auf. Vier der 17 hochselektionierten Patienten entwickelten postoperativ eine Pneumonie, die durch i.v.-Antibiose kontrolliert werden konnte. Kein Patient musste reintubiert werden. Ein Patient entwickelte eine Schlauchmagennekrose und verstarb am 51. postoperativen Tag an den Folgen einer intrazerebralen Massenblutung. Insgesamt fanden sich keine Anastomosenkomplikationen nach OrVil™-Anastomosierung. Bei allen Patienten konnte eine R0-Resektion erzielt werden.
Schlussfolgerung
Die minimalinvasive Ösophagektomie mit transoraler Anastomosierung erscheint als sinnvolle Bereicherung des minimalinvasiven Spektrums, da durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit die Operationszeit verkürzt und der Prozess der Anastomosierung effizienter gestaltet werden. Konsekutiv verkürzt sich auch die Einlungenventilationszeit, die direkt mit postoperativen pulmonalen Komplikationen korreliert. Vor allem aber erweisen sich der interdisziplinäre Charakter dieser Technik und die damit verbundene Notwendigkeit zielführender Kommunikation auch in anderen Situationen als hilfreich.
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- Titel
-
Minimalinvasive abdominothorakale Ösophagusresektion mit transoraler Ösophagogastrostomie
Interdisziplinäre Herausforderung - Verfasst von
-
I. Gockel
M. Paschold
H. Lang
PD Dr. F. Heid
- Publikationsdatum
- 01.10.2013
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Erschienen in
-
Die Anaesthesiologie / Ausgabe 10/2013
Print ISSN: 2731-6858
Elektronische ISSN: 2731-6866 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00101-013-2223-5
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