Zum Inhalt
Die Dermatologie

„Mit allen geeigneten Mitteln“

Off-label-Use und Berufsgenossenschaften

  • 01.10.2013
  • Leitthema
Erschienen in:

Zusammenfassung

Nach Erteilung eines Behandlungsauftrages durch den Unfallversicherungsträger besteht für den Hautarzt die Möglichkeit, einen Patienten mit einer berufsbedingten Hauterkrankung „mit allen geeigneten Mitteln“ zu therapieren. Eine Reihe therapeutisch Erfolg versprechender topischer und systemischer Arzneimittel ist jedoch für die Behandlung bestimmter berufsbedingter Dermatosen, wie z. B. von Kontaktekzemen, nicht zugelassen, sodass die Anwendung dann als Off-label-Use erfolgt. Die Off-label-Verordnung eines Arzneimittels wird durch das Arzneimittelrecht nicht untersagt, ebenso ist der Arzt auch berufsrechtlich nicht daran gehindert, ein Medikament bei einem Patienten im Off-label-Use einzusetzen. Im Hinblick auf den Off-label-Use geeigneter Medikamente im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren bestehen seitens der gesetzlichen Unfallversicherung in der Regel keine einschränkenden Vorgaben. Die Ziele der optimalen Beseitigung eines berufsbedingten Gesundheitsschadens oder der effektiven Verhinderung des Entstehens einer Berufskrankheit bestimmen im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren den Umfang der therapeutischen Maßnahmen. Ist im Rahmen einer medizinischen Behandlung der Einsatz eines Arzneimittels im Off-label-Use zur Erreichung dieser Ziele erforderlich und entspricht diese Behandlung dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse, so kann ein solches Arzneimittel im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren eingesetzt werden. Voraussetzungen sind jedoch eine entsprechende ärztliche Aufklärung und die Einwilligung des Patienten.
Titel
„Mit allen geeigneten Mitteln“
Off-label-Use und Berufsgenossenschaften
Verfasst von
Prof. Dr. C. Skudlik
B. Lindemann
M. Woltjen
S. Brandenburg
S.M. John
Publikationsdatum
01.10.2013
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Die Dermatologie / Ausgabe 10/2013
Print ISSN: 2731-7005
Elektronische ISSN: 2731-7013
DOI
https://doi.org/10.1007/s00105-013-2592-3
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Kompaktes Leitlinien-Wissen Dermatologie (Link öffnet in neuem Fenster)

Mit medbee Pocketcards schnell und sicher entscheiden.
Leitlinien-Wissen kostenlos und immer griffbereit auf ihrem Desktop, Handy oder Tablet.

Neu im Fachgebiet Dermatologie

Dermatozoenwahn: frühes Anzeichen von Demenz?

Ein wahnhafter Parasitenbefall ist eine seltene und schwerwiegende dermatopsychiatrische Störung. Eine Analyse von 146 Patientinnen und Patienten aus dem Karolinska-Universitätskrankenhaus zeigt: 42% hatten psychiatrische Komorbiditäten, 10% entwickelten später eine Demenz.

Gesunde pflanzenbasierte Ernährung senkt das Rosacea-Risiko

Laut einer Auswertung der UK-Biobank geht eine Ernährung mit hohem Anteil an gesunden pflanzlichen Lebensmitteln mit einem geringeren Risiko für Rosacea einher, während stark verarbeitete pflanzliche Produkte das Risiko erhöhen. Die Ergebnisse liefern Ansatzpunkte für präventive Ernährungsempfehlungen.

Depressionen verzögern Wundheilung und erhöhen Komplikationsrisiko

Bei Patientinnen und Patienten mit Depressionen tritt deutlich häufiger eine gestörte Wundheilung auf. Eine Metaanalyse britischer Forschender zeigt zudem ein erhöhtes Risiko für Infektionen.

Chronischer Pruritus plagt Ältere häufig

Geht es nach einer bevölkerungsweiten Querschnittstudie aus den Niederlanden liegt die 12-Monats-Prävalenz für chronischen Pruritus unter älteren Personen bei 11%. Akut betroffen waren 9% der Befragten.   

Update Dermatologie

Bestellen Sie unseren Fach-Newsletter und bleiben Sie gut informiert.

Bildnachweise
Die Leitlinien für Ärztinnen und Ärzte, Erwachsene im Kochkurs/© golubovy / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)